Mancini gibt den Gewinn der CL schon jetzt auf

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Roberto Mancini.

Manchester - Manchester City droht gegen Ajax Amsterdam den Achtelfinal-Einzug in der Champions League zu verspielen. Trainer Roberto Mancini hat die Hoffnungen auf einen Triumph in der Königsklasse ohnehin schon aufgegeben.

Als der umstrittene Stürmerstar Mario Balotelli am vergangenen Wochenende einmal mehr der Verärgerung über seine Auswechslung freien Lauf lief, stand der Italiener sinnbildlich für die Probleme des englischen Fußball-Meisters Manchester City. Nachdem das Enfant terrible beim 0:0 bei West Ham United in der 69. Minute vom Feld musste, knallte er seine Handschuhe auf den Rasen und schimpfte auf der Auswechselbank wie ein Rohrspatz. Vor allem wegen mangelnden Teamgeistes und fehlender Reife steht das millionenschwere Starensemble beim Champions-League-Duell mit Ajax Amsterdam am Dienstag (20.45 Uhr) bereits vor dem Aus in der Königsklasse.

„Wir sind nicht bereit, die Champions League zu gewinnen. Wenn wir sagen würden, wir könnten das, wären wir nicht ehrlich“, sagte Trainer Roberto Mancini nach dem Spiel gegen West Ham. Nur ein Punkt aus drei Spielen in der Königsklasse haben auch den Italiener mehr als ernüchtert. Bei einer weiteren Enttäuschung gegen Amsterdam könnten alle Hoffnungen auf den Achtelfinal-Einzug bereits vorzeitig geplatzt sein.

Auch im Vorjahr war City bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, sehr zum Missfallen von Investor Mansour Bin Zayed Al Nahyan, der angeblich bereits mehr als 1,25 Milliarden Euro in den Klub investiert haben soll. Auch mit dem Ziel, in naher Zukunft Europas Thron zu besteigen. „Die Spieler schulden mir drei große Auftritte“, betonte Mancini.

Zumal auch über seine Zukunft beim neureichen Klub bereits spekuliert wird. Nachdem die Citizens in den vergangenen Wochen in Ferran Soriano als Geschäftsführer und Txiki Begiristain als Sportdirektor gleich zwei ehemalige Angestellte des FC Barcelona verpflichtete, kursieren jedenfalls Gerüchte über ein mögliches Engagement des ehemaligen Barca-Trainers Pep Guardiola als Mancini-Nachfolger.

„Ich kann nicht verstehen, warum ich dauernd gefragt werde, ob ich Manchester verlasse“, sagte ein sichtlich verärgerter Mancini am Montag: „Wir haben in zwei Jahren drei Titel gewonnen. Dafür sollte man Respekt haben, für mich, für den Klub.“

Doch auch in der Liga alles andere als rund läuft. Zwar ist der City nach zehn Spielen noch ungeschlagen und liegt nur zwei Punkte hinter Tabellenführer und Stadtrivale United auf Platz drei, doch von seinen begeisternden Auftritten der vergangenen Saison ist das Team weit entfernt. „Wenn wir wieder Meister werden wollen, können wir uns solche Punktverluste nicht leisten“, sagte Mancini.

Der Daily Telegraph kommentierte den Aufritt des Titelverteidigers auch schon spöttisch. „Letzte Woche hieß es, City habe aus der Meisterschaft einen wichtigen Trick gelernt: Schlecht spielen und trotzdem gewinnen. Das Problem war, dass sie diesmal den zweiten Teil vergessen haben“, schrieb die Zeitung. Eine Lösung für die ungewohnte Situation soll bei City auf mittlerweile schon gewohnte Weise gefunden werden - angeblich soll der Klub ins Wettbieten um den brasilianischen Stürmerstar Neymar vom FC Santos eingestiegen sein.

Manchester könnte gegen Amsterdam allerdings in die Karten spielen, dass auch der niederländische Rekordmeister derzeit schwächelt. Mit nur vier Siegen aus elf Spielen liegt das Team von Trainer Frank de Boer nur auf Rang fünf. Am Wochenende kassierten die „Ajacieden“ beim 0:2 gegen Vitesse Arnheim die erste Saisonniederlage. 18 Punkte aus elf Spielen bedeuten Amsterdams schlechteste Bilanz seit 2005.

sid

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