Milan am Boden - Klose trifft für Lazio

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Die Mailänder Spieler Riccardo Montolivo (l) and Daniele Bonera

Mailand - Miroslav Klose trifft und spielt mit Lazio Rom in der italienischen Fußballmeisterschaft ganz oben mit. Vize-Meister AC Mailand dagegen stürzt ab. Milan-Coach Allegri muss um seinen Job bangen.

Drei Spiele, drei Tore, neun Punkte - Miroslav Klose bleibt mit Lazio Rom verlustpunktfrei im Spitzentrio der italienischen Fußballmeisterschaft. Beim 3:1-Sieg der Römer am Sonntagnachmittag bei Chievo Verona erzielte der deutsche Nationalstürmer in der 38. Minute mit seinem dritten Saisontreffer das 2:0. Die beiden anderen Treffer steuerte der Brasilianer Hernanes (5./74.) bei. Den Ehrentreffer für Chievo erzielte Sergio Pellissier durch einen von Klose verursachten Foulelfmeter in der 82. Minute.

Mit neun Punkten führen die Römer gemeinsam mit den 3:1 gegen Parma erfolgreichen Neapolitanern und Meister Juventus Turin die Tabelle der Serie A an. Der Titelverteidiger gewann beim CFC Genua nach Rückstand noch 3:1. Ciro Immobile hatte die ohne ihren deutschen Mittelfeldspieler Alexander Merkel angetretenen Genueser in der 18. Minute in Führung gebracht. Danach trafen Emanuele Giaccherini (61.), Mirko Vucinic (78.) und der ghanaische Mittelfeldspieler Kwadwo Asamoah (84.) für die Turiner.

Hinter dem Führungstrio rangieren Sampdoria Genua (8), der AC Florenz (6) und der AS Rom (4), der gegen Bologna (3) mit 2:3 verlor. Auch der AC Mailand (3) ging wieder leer aus und stürzte damit auf Rang zehn ab. Nach dem 0:1 zum Saisonauftakt gegen Aufsteiger Sampdoria Genua kassierte der Vize-Meister am Samstagabend mit dem 0:1 gegen Atalanta Bergamo schon die zweite Heimpleite. Seit 82 Jahren ist der AC Mailand nicht mehr mit zwei Niederlagen vor dem heimischen Publikum in die Fußballsaison gestartet. „Milan am Boden“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ am Sonntag.

Das Tor von Luca Cigarini in der 64. Minute stürzte Milan in die Krise und bringt Trainer Massimiliano Allegri in Bedrängnis. „Ich bin besorgt“, gab der angeschlagene Milan-Coach zu. „Wir müssen mehr Einsatz und Selbstbewusstsein zeigen“, forderte Allegri. „Wir werden auch in Zukunft Spiele verlieren, aber nicht so“, versprach der Trainer den enttäuschten Fans vor dem Champions-League-Heimspiel am Dienstag gegen Anderlecht.

Auf internationalem Parkett muss Allegri die Wende schaffen, sonst ist sein Job in Gefahr. Die italienischen Sporttageszeitungen spekulieren bereits seit Tagen über einen Bruch zwischen dem Coach und den Milan-Bossen. Die „Gazzetta“ zitierte Ex-Milan-Star Ruud Gullit vor dem Wochenende mit den Worten: „Wenn Milan ruft, komme ich!“ Der Niederländer hatte zuletzt den russischen Erstligisten Terek Grosny trainiert.

„Milan, wo bist Du?“, fragte die „Gazzetta“ am Sonntag. Auf dem Platz kommen die Rot-Schwarzen nicht in Tritt, und auf den Rängen laufen ihnen die Fans weg. Noch nie hat Milan in der Ära von Club-Besitzer Silvio Berlusconi so wenig Dauerkarten verkauft. Im Vorverkauf waren es nur 23 618, im vorigen Sommer noch 31 233.

Dies ist eine Reaktion auf den Ausverkauf: Milan hatte seine Superstars Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva an Paris Saint-Germain abgegeben. Auch die Routiniers Clarence Seedorf, Mark van Bommel, Alessandro Nesta, Gianluca Zambrotta, Gennaro Gattuso und Filippo Inzaghi sowie Stürmer Antonio Cassano gingen.

dpa

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