Magaths Transferwut in der Kritik - wegen Hleb

Wolfsburg - Am letzten Tag der Transferperiode sorgte Felix Magath wieder mal für den meisten Wirbel. Der Wolfsburg-Macher verpflichtete in Alexander Hleb den 13. Neuzugang - und steht nun in der Kritik.

Felix Magaths spektakuläre Last-Minute-Transfers haben beim angeschlagenen Bundesligisten VfL Wolfsburg für Aufsehen, aber auch für jede Menge Fragezeichen gesorgt. Alexander Hleb soll neuen Schwung im Mittelfeld bringen, fehlt aber zunächst wegen einer Meniskus-Verletzung. Der Weggang des in Ungnade gefallenen Diego brachte nicht die erhoffte Ablösesumme. Stattdessen wurde der Brasilianer genauso wie die Abwehrspieler Simon Kjaer und Peter Pekarik nur wenig lukrativ ausgeliehen. Zu allem Überfluss wirft Sportchef Frank Arnesen vom Hamburger SV Magath Wortbruch vor.

Die Verpflichtung von Hleb kam überraschend. Zwar hat der Weißrusse noch immer einen klangvollen Namen, sportlich blieb er in den letzten Jahren jedoch hinter den Erwartungen zurück. Vom spanischen Champions-League-Sieger FC Barcelona wurde der 30-Jährige zuletzt nach England zu Birmingham City ausgeliehen. "Ich erwarte, dass er eine wichtige Rolle im Team übernimmt", sagte Magath.

Den Medizincheck in Wolfsburg hatte der 55-malige Nationalspieler, der bis zum 31. Dezember ausgeliehen wurde, am Dienstag schon bestanden. Nach Informationen des kicker kommt es am Donnerstag aber zu einer erneuten Untersuchung, die Gewissheit über den Gesundheitszustand geben soll. "Ich fühle mich schon besser, aber ich brauche vielleicht noch ein paar Wochen, um wieder richtig Fußball zu spielen", sagte Hleb im Gespräch mit Sport1: "Ich hoffe, dass ich schnell wieder fit werde. Dann werden wir sehen, was in dieser Saison noch läuft."

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In bester Verfassung und blendend gelaunt zeigt sich der bei den "Wölfen" aussortierte Diego. Nachdem er wie gewünscht am letzten Tag der Transferperiode zu Atletico Madrid ausgeliehen wurde, kann der 26-Jährige endlich wieder Fußball spielen. "Ich bin überzeugt, dass Diego in Madrid eine hervorragende Rolle spielen wird", sagte Magath.

Ursprünglich wollten die Wolfsburger mit dem Brasilianer, der noch einen Vertrag bis 2014 besitzt, einen Transfererlös von bis zu zehn Millionen Euro erzielen. Da kein Verein bereit war, die Summe zu zahlen, muss der Meister von 2009 zufrieden sein, die Mittelfeld-Diva überhaupt losgeworden zu sein.

Dafür schien Magath sehr am Südkoreaner Koo Ja-Cheol zu hängen - und das brachte Sportchef Frank Arnesen vom Hamburger SV auf die Palme. Der Däne wirft Wolfsburgs Trainer Wortbruch vor. "Das ist nicht die Manier, wie ich arbeite. Das hat einfach keine Klasse", sagte Arnesen der Bild-Zeitung.

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Nachdem Magath einem Wechsel des 22-Jährigen angeblich zugestimmt hatte, einigte sich der HSV mit Koo. Am Sonntag, als der Profi nach Hamburg kommen sollte, habe Magath dann einen Rückzieher gemacht.

Keine Steine wurden dafür den Abwehrspielern Pekarik und Kjaer in den Weg gelegt. Während Pekarik zum Saisonende an den türkischen Erstligisten Kayserispor ausgeliehen wurde, wechselt Kjaer ebenfalls auf Leihbasis zum AS Rom nach Italien. Sollte der 22 Jahre alte Däne überzeugen, könnten die Römer ihn per Kaufoption länger binden. Als einzige defensive Verstärkung lotste Magath den Frankfurter Chris zum VfL. Nach zehn Tagen Training unterschrieb der 33-Jährige am Mittwoch einen Vertrag.

Fraglich ist, ob der unbestrittene Transfer-Meister Magath mit seinen Last-Minute-Wechseln ein glückliches Händchen bewiesen hat. Angesichts der sportlichen Talfahrt mit mageren drei Punkten aus den vier Bundesligaspielen ist der Trainer darauf angewiesen, dass seine Wechselspielchen sofort Wirkung zeigen und er sich keinen Fehlgriff geleistet hat.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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