Magath jagt die Wölfe durch den Wald

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Felix Magath zieht mal wieder die Zügel an

Wolfsburg - Trainer Felix Magath machte aus seiner Enttäuschung über die indiskutable Vorstellung des VfL Wolfsburg bei Schalke 04 keinen Hehl. Der einstige Meistercoach zieht die Zügel an.

Köln/Wolfsburg - Das Betriebsklima beim VW-Klub war so frostig wie die Temperaturen auf dem Trainingsgelände. Mit grimmiger Miene bestieg Felix Magath mit den Profis des VfL Wolfsburg am Montagmorgen einen der vier Bullis des Hauptsponsors mit dem Ziel: Hasselbachtal. Im rund vier Kilometer entfernten beliebten Wandergebiet scheuchte der Trainer die „Wölfe“ eine Stunde lang durch den Wald.

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Doch damit nicht genug. Nach der Rückkehr folgte die Höchststrafe für die Verlierer: eine Videoanalyse der 0:4-Abfuhr am Vortag bei Schalke 04, bei der die Niedersachsen ihren Ruf als auswärtsschwächstes Team der Bundesliga unrühmlich bestätigten.

Neun Niederlagen und nur vier Punkte (9:31 Tore) lautet die ernüchternde Bilanz des Meisters von 2009 auf des Gegners Platz. Doch ebenso wie das Ergebnis, ausgerechnet an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, ärgerte Magath die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft in ihr Schicksal ergab.

Schon nach dem Abpfiff bei der obligatorischen Pressekonferenz konnte man erahnen, wie es in Magath aussah. Den „dicken Hals“ in einen karierten Schal verhüllt, ließ er nachdenklich einen Teebeutel zu Wasser und suchte nach den geeigneten Worten für das, was er gesehen und vor allem für das, was er nicht gesehen hatte. „So darf sich eine Mannschaft nicht präsentieren. Das war mehr als enttäuschend. Das geht nicht“, sagte der 58-Jährige.

Es sei ein Rückfall in die Hinrunde gewesen, nach dem Rückstand habe seine Mannschaft „aufgehört zu verteidigen“. Um die Schalker Stärken über die Außenpositionen im Keim zu ersticken, „habe ich links und rechts jeweils zwei Außenverteidiger aufgeboten. Aber wenn beide Seiten nicht in der Lage sind, den Gegner zu kontrollieren, dann stimmt etwas nicht“, analysierte Magath.

In dieser Verfassung, ohne Einstellung und Leidenschaft, dürfte der Tabellenachte aus Wolfsburg im Kampf um die Europa-League-Ränge keine Rolle mehr spielen. Selbst die Ansprachen von Magath scheinen wirkungslos zu verhallen. „Wir haben einfach schlecht verteidigt. Die Schalker sind über außen gekommen, und es ist uns in der zweiten Halbzeit nicht gelungen zu korrigieren“, klagte Torhüter Diego Benaglio, der trotz der vier Gegentreffer noch der beste Wolfsburger war und eine größere Blamage verhinderte.

Acht neue Spieler hatte Magath in der Winterpause geholt, vier (Felipe, Ricardo Rodriguez, Petr Jiracek und Giovanni Sio) kamen in Schalke zum Einsatz, doch die erhofften Impulse lassen auf sich warten. „Besonders die etablierten Spieler müssen sich da hinterfragen. Bisher haben wir fast nur Heimspiele gehabt in der Rückserie und da ebenso gute Leistungen gezeigt wie in der Vorrunde auch. In München haben wir dann noch ein gutes Spiel geliefert“, erinnerte Magath.

Doch seine Hoffnungen auf Konstanz und Punkte zerstoben auf Schalke, wo ausgerechnet seine einstigen Verpflichtungen Raul und Klaas-Jan Huntelaar die Pleite einleiteten und zudem auch noch Zögling Joel Matip traf. Stocksauer merkte Magath nach dem Spiel an: „Deshalb habe ich aber keinen Anteil am Schalker Sieg, außer, dass wir wieder einmal gute Gäste waren.“

sid

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