Magath: "Hleb-Deal kein finanzielles Risiko"

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Felix Magath verteidigt das ungewöhnliches Ausleihgeschäft von Alexnader Hleb

Wolfsburg - Alexander Hleb wird angeblich der „100.000-Euro-Mann“ - und Felix Magath verteidigt sein sehr ungewöhnliches Ausleihgeschäft.

Wie schon im Vorfeld von Hlebs offizieller Präsentation am Mittwoch bekannt geworden war, soll das Gehalt des weißrussischen Angreifers weiter vom FC Barcelona bezahlt werden. Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg zahlt laut Bild-Zeitung für jeden Einsatz des dribbelstarken Spielers 100.000 Euro.

Magath wollte das nicht explizit bestätigen, dementierte ein „Pay-per-game“-Modell aber auch nicht. „Wir sind bei ihm kein finanzielles Risiko eingegangen“, sagte der Trainer und Geschäftsführer der „Wölfe“ und erklärte, der derzeit am Knie verletzte Hleb werde zunächst nur bis zum Winter ausgeliehen, um im Erfolgsfall einen langfristigen Vertrag zu erhalten.

Sollte Hleb - wie der VfL hofft - am 8. Spieltag am 1. Oktober bei Bayer Leverkusen zum Einsatz kommen und bis zum Ende der Rückrunde immer spielen, müsste der VfL eine Million Euro überweisen.

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Magath ist überzeugt, dass sein Neuzugang einschlägt. Das Leihgeschäft sei eine Vorsichtsmaßnahme. „Es geht nicht darum, seine Fähigkeiten hier zu testen. Die sind uns bekannt. Es geht darum, ein Risiko wegen seiner Verletzung zu vermeiden“, betonte der 58-Jährige am Mittwoch bei der Vorstellung des 30 Jahre alten Neuzugangs mit Bundesliga-Vergangenheit. Magaths Vorteil: Sollte Hlebs Knie nicht halten, drohen den „Wölfen“ auch keine Kosten.

Der in Minsk geborene Hleb war im Jahr 2000 zum VfB Stuttgart gekommen und spielte dort auch unter Trainer Felix Magath bis 2005 mit großem Erfolg, ehe er dem Ruf des großen Geldes erlag und zum FC Arsenal in die Premier League wechselte. Von dort ging es 2008 zum FC Barcelona nach Spanien, wo er allerdings nicht zurecht kam und an den VfB Stuttgart (2009/2010) bzw. an Birmingham City (2010/2011) ausgeliehen wurde.

Magath schätzt den 55-maligen Nationalspieler nach wie vor und glaubt fest an eine längere Zusammenarbeit. „Wir haben hier in Wolfsburg die Chance, einen Riesenfußballer zu erleben“, sagte der einstige Meistermacher, der nach dem missglückten Saisonstart mit drei Niederlagen in vier Spielen und Platz 15 ein wenig unter Druck geraten ist. Mit Hleb soll es wieder aufwärts gehen, auch wenn er „ein schwieriger Spieler ist, der seinen eigenen Kopf hat“, wie Magath sagte.

Hleb wird ab sofort seine Reha-Maßnahmen von München nach Wolfsburg verlegen. Begleitet wird er dabei von Stabhochspringer Tim Lobinger, der den Weißrussen bereits in den letzten Wochen in der Münchner Reha betreut hatte. Spätestens in 14 Tagen will Hleb wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. „Für mich war es wichtig, dass ich den Trainer kenne. Wolfsburg ist für mich ein Schritt nach vorne. Hier will ich wieder erfolgreich sein“, sagte Hleb. Es könnte teuer für Felix Magath werden.

SID

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