Magath fürchtet Ribéry und freut sich auf seine Frau

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Felix Magath mit Gattin Nicola

München - Bayern München steht im Duell gegen Ex-Trainer Felix Magath unter Zugzwang. Doch auch der Wolfsburg-Coach macht sich so seine Gedanken. Auch über ein Wiedersehen.

Das Stoßgebet von Felix Magath ist nur zu gut nachvollziehbar. “Ich hätte mir gewünscht, dass Franck Ribéry noch ein weiteres Spiel Sperre hätte“, gestand der Trainer des VfL Wolfsburg vor der Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte. Beim Rückrundenfehlstart in Gladbach (1:3) hatten die Bayern ihren Flügelflitzer schmerzlich vermisst - am Samstag soll der Franzose mit seinen Tricks, seinem Tempo und seiner Torgefahr den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga wieder zurück in die Erfolgsspur führen.

“Francks Rückkehr ist wichtig für uns. Es ist wichtig, dass er fit ist für die Ziele, die wir haben“, erklärte Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und ergänzte: “Franck gehört für mich zu den fünf besten Fußballern auf der Welt.“

Wegen leichter Rückenbeschwerden musste sich Ribéry zwar im Vorfeld der Partie in ärztliche Behandlung begeben, sein Einsatz gilt aber nicht als gefährdet. In der Vorbereitung sprühte der 28-Jährige nur so vor Tatendrang. “Ich habe viel Energie, ich habe Spaß, ich bin motiviert und konzentriert“, erklärte Ribéry. Jupp Heynckes hatte seinem Flügelstürmer im Trainingslager bescheinigt, “überragend gearbeitet und trainiert“ zu haben, “mit einer Klasse - Wahnsinn!“

Schon in der Hinrunde trumpfte Ribéry zeitweise so glanzvoll auf wie in seiner ersten Bundesligasaison 2007/08. Neben acht Treffern stehen für ihn bislang neun Torvorlagen zu Buche - das ist der Ligabestwert nach dem 18. Spieltag. “Ich habe eine schwere Periode hinter mir. Mein Niveau ist zurück, mein Spaß, mein Lachen. Ich fühle mich körperlich sehr gut. Ich will Gas geben in der Rückrunde“, sagte Ribéry im Wintercamp in Katar. Dort formulierte er auch ein klares Ziel für den packenden Titelkampf: “Wir müssen Erster bleiben.“

Dazu will Monsieur Ribéry auch in der Rückrunde maßgeblich beitragen. Der Franzose ist “hungrig auf Erfolg“. 2012 soll sein Jahr werden - mit den Bayern und dem französischen Nationalteam. Ribéry hat einiges nachzuholen: 2010 verpasste er nach einer Roten Karte das Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand. Und bei der WM in Südafrika blamierte er sich mit Frankreich, seitdem kämpft er in seiner Heimat um seinen Ruf. “Ich will persönlich mein Topniveau erreichen und viel gewinnen“, sagte er nun zu seinen Saisonzielen.

Nach Ablauf seiner Sperre könnte Heynckes gegen Wolfsburg auf totale Offensive setzen, falls er zusätzlich zum Quartett Gomez, Ribéry, Müller, Robben auch noch Toni Kroos als offensiven Sechser neben Schweinsteiger aufbieten würde. Magath stellt sich auf einen stürmischen Gegner ein: “Wir müssen nicht darüber reden, dass der FC Bayern die bessere Mannschaft hat und klarer Favorit ist. Sie werden sich für ihre schwache Leistung in Gladbach rehabilitieren wollen.“

Gerade im eigenen Stadion hätten die Bayern in der Hinrunde “teilweise überragende Leistungen gezeigt“, mahnte Magath. Für die Wolfsburger war München bislang kein gutes Pflaster: 13 Niederlagen und nur ein Punktgewinn lautet die Katastrophenbilanz des VfL. Magaths Respekt vor Ribéry & Co. ist darum verständlich. Nach dem 1:0-Sieg seiner runderneuerten Elf gegen Köln sprach er beim Blick nach vorne davon, dass “wir jetzt beim kommenden deutschen Meister antreten müssen“.

Diese Neuzugänge würden in Felix Magaths Profil passen

Diese Neuzugänge würden in Felix Magaths Profil passen

„Wir müssen gewinnen und zeigen, dass das in Gladbach nur ein Ausrutscher war“, betonte Nationalspieler Holger Badstuber. Zumal die jüngsten Nebengeräusche beim FC Bayern für reichlich Aufregung gesorgt hatten. Die via Internet am Donnerstag angekündigte Verpflichtung eines neuen Stürmerstars hatte sich als Werbe-Gag entpuppt - und bei mehreren Tausend Fans für Verstimmung gesorgt. Die Bayern sahen sich sogar gezwungen, eine Entschuldigung zu verbreiten. Umso wichtiger ist es gegen Magaths „Wölfe“, die verprellten Anhänger wieder zu versöhnen.

auch die Verantwortlichen des Rekordmeisters machten ihren Stars An den vergangenen Tagen mächtig Dampf. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will eine „sofortige Reaktion“, zudem „Leidenschaft, Biss, Aggressivität und Wille“ sehen. Trainer Jupp Heynckes forderte Ribery, Robben und Co. unmissverständlich auf, wieder „über die Schmerzgrenze hinwegzugehen“.

Dass die Bayern gereizt sind, findet Magath, der von Juli 2004 bis Januar 2007 Trainer in München gewesen war und dort zweimal in Folge das Double gewonnen hatte, nicht besonders gut. Er freue sich zwar auf das Spiel in München, „denn ich kann am Samstagabend meine Kinder und Frau wiedersehen“, sagte Magath. Aber sportlich erwartet der 58-Jährige eine Trotzreaktion des Rekordmeisters: „Die Bayern wollen sich für ihre schwache Leistung in Mönchengladbach revanchieren.“

dpa/sid

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