Magath blickt ratlos in den Tee

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Der Tee schmeckte wohl nicht: Felix Magath

Wolfsburg - Felix Magath spielte stoisch mit seinem Teebeutel und suchte mit leerem Blick nach Antworten. Er fand keine nach dem Wolfsburger Spiel in Mainz.

“Ich habe keine Erklärung dafür. Es haben sich wieder alte Schwächen gezeigt. Das reicht für unsere Ansprüche nicht“, sagte der sichtlich geschockte Trainer des VfL Wolfsburg. Über eine Stunde hatte der Meister von 2009 das Spiel gegen den FSV Mainz dominiert - am Ende stand es nach klarer Führung nur 2:2 (2:0).

Seit der VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga spielt, war die Ausbeute nach 15 Spieltagen noch nie so bescheiden. Nur 17 Punkte holte Magaths Team bei einer Tordifferenz von Minus neun. Vom einst als Saisonziel ausgerufenen internationalem Wettbewerb nimmt man realistischerweise Abstand. “Darüber brauchen wir uns nun wirklich nicht zu unterhalten“, sagte Hasan Salihamidzic und schüttelte verständnislos den Kopf.

Das Team hatte sich gegen den Bayern-Bezwinger Mainz viel vorgenommen, wollte durch einen Sieg vor allem die Liebe ihres Trainers zurückgewinnen. Magath hatte unter der Woche kaum ein Wort mit seinen Spielern gewechselt - aus Enttäuschung über das zuletzt schwache Auftreten. Für den allmächtigen Trainer, der sonst gern mit Straftraining, Suspendierungen oder Transferdrohungen auf Krisen reagiert, ein durchaus ungewöhnlicher Schritt.

Zwtl.: Schalter ausgeknipst

Nach dem kuriosen Auftritt gegen Mainz lag Salihamidzic mit seinem Trainer in Sachen Ratlosigkeit auf einer Linie. “Es ist einfach nicht zu erklären. So langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Das war, als ob jemand in der Halbzeit den Schalter einfach ausknipst hat“, sagte “Brazzo“. Die erste Stunde, räumte er schließlich ein, gebe ihm die Hoffnung auf bessere Zeiten.

In dieser erste Stunde trat Wolfsburg wild entschlossen auf, stand sicher in der Defensive und ging durch Mario Mandzukic (10.) sowie ein Eigentor des Mainzers Jan Kirchhoff (41.) verdient in Führung. Allerdings ließen die Wölfe auch reihenweise Chancen aus.

Dass das gegen Mainz nicht reicht, hätten sie eigentlich ahnen müssen. Im vergangenen Jahr führte man durch Zauberfußball der Stars Diego und Edin Dzeko bereits 3:0, ehe das 3:4 die bis heute nicht überwundene Krise einläutete. “In der Halbzeit haben wir uns daran erinnert. Das war ein richtiger Mutmacher“, sagte der Mainzer Torwart Christian Wetklo.

Diese Neuzugänge würden in Felix Magaths Profil passen

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Vorzeitige Weihnachtsgeschenke

Letztlich war Mainz sogar enttäuscht, dass es nach den Toren von Andreas Ivanschitz (70./Foulelfmeter) und Maxim Choupo-Moting (81.) nur zu einem Unentschieden gereicht hat. “Natürlich hatten wir das letzte Jahr im Hinterkopf“, gab der damals noch gar nicht in Mainz spielende Julian Baumgartlinger zu: “Aber mehr ist nicht drin, wenn man zuvor schon Weihnachtsgeschenke verteilt.“

Für Trainer Thomas Tuchel sei es zwar klar, dass nach dem Spiel Parallelen gezogen werden, doch er selbst empfinde das nicht so. Dafür lohnte sich sein Wutausbruch nach einer Halbzeit, “in der wir fast die gesamt Basis für unser Spiel vermissen ließen“. “Es wurde richtig laut in der Kabine“, gab Ivanschitz offen zu: “Aber das muss so sein, und am Ende war es auch gut so.“ Ratlos verließen sie die VW-Arena jedenfalls nicht.

dapd

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