Ex-Nationalspieler lässt von sich hören

Was macht eigentlich Bernd Schneider?

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Ein Foto aus vergangenen Zeiten: Bernd Schneider bei einer DFB-Pressekonferenz

Jena - Was macht eigentlich Bernd Schneider? Seit seinem Abschiedsspiel ist es ruhig geworden um "Schnix". Jetzt meldet sich der Ex-Nationalspieler wieder zu Wort.

Erst der Tribünen-Eklat in Zwickau, nun das Pokalduell mit Ex-Klub Bayer Leverkusen: Bernd Schneider erlebt mit seinem alten Stammklub Carl Zeiss Jena derzeit turbulente Tage. Eigentlich wollte der 81-malige Nationalspieler nach Ende seiner Karriere 2009 etwas Abstand zum Fußball gewinnen, doch längst ist „Schnix“ wieder mittendrin.

„Das war schon aufregend in Zwickau“, sagte Schneider im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der 39-Jährige hielt sich am letzten Samstag wie viele Jena-Fans im Zwickauer Sportforum auf, als die Viertliga-Partie zwischen Carl Zeiss Jena und dem FSV Zwickau kurz vor dem Anpfiff abgesagt wurde. Der Grund: An einer Tribüne für 800 Gäste-Fans waren etliche Schrauben entfernt worden. Es bestand höchste Einsturzgefahr. Die Polizei schloss Sabotage nicht aus.

„Zum Glück wurde die Gefahr rechtzeitig erkannt“, sagte Schneider. Nach Einschätzung des früheren Mittelfeldspielers sei es absolut richtig gewesen, die Partie nicht mehr anzupfeifen. Dass eventuell Zwickauer Anhänger die Tribüne manipuliert haben, um Fans der Gäste zu schädigen, glaubt der Fußball-Pensionär nicht: „Trotz aller Rivalität kann ich mir so etwas nicht vorstellen.“

Carl Zeiss Jena ist für den einstigen „weißen Brasilianer“ wieder zu einer wichtigen Größe geworden. Dort spielte er von 1993 bis 1998 und schaffte den Sprung aus der Jugend zu den Profis. Nach einem Jahr bei Eintracht Frankfurt ging es 1999 zu Bayer Leverkusen. Am Rhein erlebte er erfolgreiche Jahre mit dem Champions-League-Finale (2002) und zwei WM-Teilnahmen.

Kein Wunder, dass Schneider am Samstag das Ernst Abbe-Stadion besucht, wenn die beiden wichtigsten Klubs seiner Laufbahn in der 1. Runde des DFB-Pokals (15.30 Uhr) aufeinander treffen. „Ich muss es wirklich so sagen. Bei diesem Spiel schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich weiß nicht, wem ich den Sieg mehr gönne“, so Schneider.

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Leverkusen wünscht er einen Sieg, damit die Rheinländer nicht ein ähnliches Fiasko wie im vergangenen Jahr erleben. Damals kassierte die Werks-Elf in der ersten Pokalrunde eine 3:4-Pleite bei Underdog Dynamo Dresden, obwohl der Bundesligist bis Mitte der zweiten Halbzeit 3:0 geführt hatte. „Irgendwie zog sich die Misere wie ein roter Faden durch die ganze Spielzeit“, meint Schneider.

Doch auch für Jena wäre ein Weiterkommen wichtig. Der Klub benötigt nach dem enttäuschenden Abstieg in die vierte Liga dringend ein Erfolgserlebnis. Ob er selbst einmal das Ruder bei Carl Zeiss übernimmt, wollte der WM-Dritte von 2006 nicht ausschließen. Eine Zukunft im Fußball könne er sich durchaus vorstellen. „Allerdings nicht als Trainer. Aber die Arbeit als Sportdirektor finde ich schon interessant“, sagte Schneider. Die Faszination Fußball hat ihn noch längst nicht losgelassen.

Auf seiner Homepage postet Schneider noch regelmäßig Kommentare zum aktuellen Geschehen. In seiner dortigen Biographie ist zu lesen: "Ich bin jetzt schon mitten im Leben nach dem Fußball, wobei ich mit Sicherheit im Fußball bleiben werde. Ich habe angefangen mit meiner Trainertätigkeit im Jugendbereich von Bayer 04. Die ersten Erfahrungen im Umgang mit den Kiddys machen sagenhaften Spaß." Es ist womöglich nur eine Frage der Zeit, bis er in einer öffentlichkeitswirksamen Position zurückkehrt. "Ich hab' noch so viel vor", steht auf seiner Webseite.

sid

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