Löws vierter Titelanlauf ist lang

Anstehende WM-Qualifikation: "Wir müssen aufpassen"

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Nationalmannschafst-Manager Oliver Bierhoff (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw.

Frankfurt/Main - In der anstehenden WM-Qualifikation muss Bundestrainer Joachim Löw den Spagat bewältigen: Das Brasilien-Ticket sichern und zugleich sein Team weiterentwickeln.

Auf dieses Ziel ist nach dem Test gegen Argentinien alles ausgerichtet: Vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 steigt in Brasilien die große WM-Show - Joachim Löw will dabei mit seinen Fußballern eine Hauptrolle spielen. Der Weg ist lang und durchaus mit einigen Hindernissen gespickt für den Bundestrainer und seine Akteure. "Wir müssen aufpassen. Die Gegner sind unbequem", erklärte Oliver Bierhoff zur WM-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft, die am 7. September in Hannover mit einem Heimspiel gegen die Färöer startet. Nur vier Tage später kommt es in Wien gegen Österreich zum emotionalen Nachbarschaftsduell.

"Jetzt haben wir wieder zwei Jahre Zeit, um uns akribisch auf das nächste Turnier vorzubereiten. Die Qualifikation wird kein Selbstläufer", sagte Nationalspieler Sami Khedira, der die Erwartungen der Fans gerade nach der gescheiterten Titelmission bei der EM in Polen und der Ukraine kennt. Den Maßstab hat das Löw-Team mit zehn Siegen in zehn Ausscheidungsspielen zur jüngsten EM selbst hoch gesetzt. "Wir wollen den Gegner überraschen, unsere Spielweise noch mehr durchbringen. Wir müssen noch kaltschnäuziger, noch geiler sein, Spiele gewinnen zu wollen", formulierte Real-Madrid-Star Khedira die internen Ansprüche an die nächste Wettkampfperiode.

"Keine Angst" vor der Qualifikationsgruppe

Noch in diesem Jahr muss Deutschland auch gegen die Gruppengegner Irland (12. Oktober in Dublin) und Schweden (16. Oktober in Berlin) ran. Die Spiele gegen Kasachstan sind erst für den März des kommenden Jahres angesetzt. "Die Schweden haben bei der EM gezeigt, welche Moral sie haben. Die Iren sind auch nicht leicht zu spielen. Und gegen die Österreicher erwartet uns immer ein besonderes Duell", skizzierte Bierhoff die Qualifikations-Aufgaben. Aber als Nummer zwei der Welt habe man natürlich "keine Angst" vor dieser Gruppe, ergänzte der Teammanager.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Nur der Gruppenerste bucht direkt das WM-Ticket nach Brasilien. Der Zweite hat noch eine Relegationschance. "Ich freue mich auf die Qualifikationsspiele, wo es zählt. Wir wollen das erfolgreich bewerkstelligen", betonte Bundestrainer Löw. Er will in den kommenden Monaten ein Team formen, das noch mehr als die EM-Mannschaft von 2012 fokussiert auf den großen Erfolg sein soll. "Natürlich fehlt der Titel, daran werden wir arbeiten", versprach Khedira. Das Bild der jungen deutschen Mannschaft wird sich nicht grundlegend verändern, doch der personelle Umbau wird weitergehen.

Junge Garde drängt in DFB-Auswahl

16 EM-Spieler standen zum Saisonauftakt gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien im 18-Mann-Kader. Auch mit den fehlenden Bayern-Spielern Manuel Neuer, Philipp Lahm, Mario Gomez und Bastian Schweinsteiger plant Löw weiter. "Er war ein wichtiger Spieler, auch wenn er nicht ganz die Topform hatte, weil er wahnsinnig ehrgeizig war und diesen Titel holen wollte. Deshalb habe ich das nicht bereut", verteidigte der DFB-Chefcoach nochmals das Festhalten während der EM am nicht fitten Vizekapitän Schweinsteiger, der bei der WM in Brasilien kurz vor seinem 30. Geburtstag stehen wird.

Bei Spielern wie Per Mertesacker oder auch Lukas Podolski, die über Jahre zum Stammpersonal des schwarz-rot-goldenen Teams gehörten, werden die kommenden Monate entscheiden, ob die Auswahlkarriere noch weiter geht. Nur Stammplätze bei ihrem Club FC Arsenal können beiden weitere Einladungen von Löw sichern. Neue junge Talente wie den Schalker Julian Draxler (18) oder den Dortmunder Ilkay Gündogan (21) hat Löw schon herangezogen. Andere wie Mario Götze (20), André Schürrle (21) und Marco Reus (23) lauern sogar auf den Durchbruch in die Startelf. "Sie werden verstärkt eine Chance bekommen", kündigte Löw an. Für einige etablierte Spieler könnte der lange Weg bis nach Brasilien vorzeitig enden.

dpa

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