Löws linkes Dilemma: Badstuber genervt

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Holger Badstuber muss wieder auf der linken Seite spielen. Er scheint genervt von der Situation.

Hannover - Kapitän Lahm darf wieder rechts verteidigen. Doch schon klafft links eine Lücke. Nach der Verletzung von Schmelzer half Badstuber aus. Doch dieser war nicht glücklich darüber.

Mit grimmigem Blick und schnellen Schrittes eilte Holger Badstuber zum Ausgang. Niemand wagte es, den Verteidiger nach dem 3:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Färöer anzusprechen. Die Körpersprache des Bayern-Verteidigers signalisierte eindeutig: Lasst mich bloß in Ruhe. So wurde nicht bekannt, was dem 23-Jährigen die Laune verdorben haben könnte. Gut möglich aber, dass ihm die kurzfristige Versetzung auf die linke Defensivseite durch Bundestrainer Joachim Löw missfiel.

Als Notnagel musste Badstuber nach der Verletzung von Marcel Schmelzer als Außenverteidiger einspringen. Seine Aufgabe erledigte er gegen offensiv harmlose Gegner solide - doch richtig wohl fühlte er sich auf dem Platz sichtbar nicht. Die Worte des Bundestrainers nach der Partie dürften auch nicht zur Stimmungsaufbesserung des Bajuwaren vor der Partie am Dienstag in Österreich beigetragen haben: „Wenn Schmelzer weiter ausfällt, werde ich mit Sicherheit mit dieser Besetzung auch in Wien spielen.“

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Badstuber - bei der EM als Innenverteidiger gesetzt und gereift - muss plötzlich als Lückenbüßer fungieren, weil es Löw links grundsätzlich an defensiven Spielern mangelt. Schon im Bayern-Trikot hatte er zuletzt beim 6:1 gegen Stuttgart als Linksverteidiger aushelfen müssen. „Es bleibt nur Badstuber mit dem linken Fuß auf der linken Seite“, sagte Löw. Als Jungspund hatte Badstuber bei der WM 2010 in Südafrika auf der Außenbahn gespielt - das Experiment war damals aber nach zwei Spielen abgebrochen worden.

Löws Wunschkandidat Schmelzer war vor dem Färöer-Spiel wegen einer Fußprellung kurzfristig ausgefallen, einen weiteren klassischen linken Verteidiger hatte der DFB-Coach für den Doppel-Spieltag in der WM-Qualifikation nicht nominiert.

Eingebrockt wurde Badstuber der unerwartete Positionswechsel auch durch seinen Bayern-Kollegen Philipp Lahm. Der Kapitän wurde sehr zu dessen Freude von Löw wieder auf die rechte Seite berufen. „Ich fühle mich auf rechts wohl und das weiß jeder“, sagte Lahm. Löws Abwehr-Baustelle aber bleibt bestehen.

dpa

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