Löw: “Werte im Fußball wichtiger denn je“

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Die "Weihnachtsansprache" von Joachim Löw betont, wie wichtig dem Trainer der öffentliche Auftritt der Mannschaft ist.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat pünktlich zur Weihnachtszeit die Notwendigkeit gesellschaftlicher Werte in der Nationalmannschaft betont. Dabei scheut er nicht davor, Philipp Lahm zu rügen.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat pünktlich zur Weihnachtszeit die Notwendigkeit gesellschaftlicher Werte in der Nationalmannschaft betont. “Wenn man bedenkt, wie häufig wir im Ausland Deutschland vertreten, dann ist mir das Auftreten der Mannschaft wichtig. Wir wollen uns nicht nur aufgrund unserer Spielweise Respekt verdienen“, sagte der 51-Jährige der “Augsburger Allgemeinen“.

Für ein gutes Arbeitsklima spielen für Löw unter anderem “respektvoller Umgang miteinander, aber auch gegenüber dem Team hinter dem Team“ eine Rolle. Zudem seien im Auswahlprozess der Nationalspieler “Kommunikation, Toleranz, Disziplin, Akzeptanz von Abläufen, Zuverlässigkeit, Seriosität und Konzentrationsfähigkeit“ wichtige Faktoren. “Eine Mannschaft zu sein, ist im heutigen Fußball viel wichtiger als je zuvor“, betonte Löw.

Lahms Äußerungen “stehen ihm nicht zu“

Führungsspieler seien heutzutage “erfolgshungrig, haben Sehnsucht nach Siegen und tun alles dafür. Da sehe ich eine gute Entwicklung bei uns“, sagte Löw mit Blick auf Kapitän Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, aber auch Manuel Neuer, Miroslav Klose und Sami Khedira. Dass Lahm in seinem 2011 erschienenen Buch “Der feine Unterschied“ den ehemaligen Bundestrainer Rudi Völler kritisiert hat, stößt Löw allerdings immer noch sauer auf: “Es ist heute ein hohes Maß an Bescheidenheit gefragt. Es steht ihm nicht zu, während seiner aktiven Zeit Trainer zu bewerten, die maßgeblichen Anteil an seiner Karriere in der Nationalmannschaft haben.“

Jogi gestern, Jogi heute

Jogi gestern, Jogi heute

Unterdessen hat Löw sein volles Verständnis für Burn-Out-Patienten im Fußball geäußert. “Man fällt manchmal aus dem Gleichgewicht. Es gibt diese Tage, an denen man spürt: eigentlich bin ich müde und möchte nicht immer nur mit Fußball konfrontiert sein“, sagte er. Dass ein Trainer wie der ehemalige Schalke-Coach Ralf Rangnick, “der nicht mehr schläft, nicht mehr isst, sagt, jetzt ist gut, ich bin nicht mehr in der Lage, der Mannschaft Energie zu geben“, sei verständlich: “Als Trainer muss man schon vorneweg gehen können.“

AP

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