2. Liga: Finale furioso um Relegationsplatz

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Fortuna Düsseldorf hofft auf den Aufstieg

Köln - Am letzten Saisonspieltag der 2. Fußball-Bundesliga fallen die letzten Entscheidungen. Drei Teams können sich noch Hoffnungen auf Relegationsplatz drei machen.

Finale furioso in der 2. Fußball-Bundesliga: Nach wochenlangem Schneckenrennen zwischen Fortuna Düsseldorf, dem SC Paderborn und dem FC St. Pauli fällt am Sonntag (13.30 Uhr/Sky und Liga total!) die Entscheidung, wer am 10. und 15. Mai in der Relegation gegen den 1. FC Köln oder Hertha BSC um den Aufstieg in die Bundesliga spielt.

Die besten Karten hat am 34. Spieltag Düsseldorf, das es aufgrund der klar besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Paderbornern (61) mit einem Heimsieg vor 51.000 Zuschauern im Westderby gegen den MSV Duisburg selbst in der Hand hat. Die Ostwestfalen spielen beim FC St. Pauli (59) am Millerntor, wo Paderborn ein Unentschieden reichen würde, falls die Fortuna verliert. Nur bei einer Düsseldorfer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg gegen den SCP würde Bundesliga-Absteiger St. Pauli die Chance auf den Wiederaufstieg wahren.

„So eine Situation haben wir uns doch vor der Saison gewünscht. Zum Finale vor über 50.000 Zuschauern das entscheidende Spiel zu bestreiten, das ist doch herrlich“, sagte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier vor dem Spiel gegen seinen früheren Arbeitgeber MSV, bei dem er wegen der Kopfstoßaffäre 2005 gefeuert worden war. Und auch dem früheren Duisburger Adam Bodzek, der bis Ende 2010 noch für die Zebras spielte, ist trotz der durchwachsenen Rückrunde des Herbstmeisters vor dem Saisonfinale nicht bange: „Wir haben den Killerinstinkt, den man braucht.“

Die Meidericher, die am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht haben, machen ihrerseits aber Paderborn und St. Pauli Hoffnung, wenngleich Trainer Oliver Reck betont: „Wir spielen nicht für Paderborn oder St. Pauli und auch nicht gegen Düsseldorf. Wir spielen nur für uns. Wir wollen unsere Serie ausbauen und gewinnen. Wir werden alles dafür tun, dass wir am Sonntag einen richtigen Fight liefern.“

Das hat sich auch der SC Paderborn gegen das Team seines ehemaligen Trainers Andre Schubert vorgenommen. „Nichts ist unmöglich. Wir haben Energie und Motivation und können völlig befreit aufspielen“, sagt Paderborns Erfolgstrainer Roger Schmidt vor dem Treffen mit seinem Vorgänger.

Während Paderborn, das in der Rückrundentabelle als Vierter mit 28 Punkten klar besser positioniert ist als die Hamburger (23) und die Fortuna (20), mit breiter Brust an die Elbe reist, steht der Kiezklub weit mehr unter Druck. Nach der 0:1-Pleite bei Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag wollen sich die Paulianer mit einem Sieg rehabilitieren und ihr Publikum wieder gnädig stimmen.

Unterdessen wird bei St. Pauli schon über die Nachfolge von Coach Schubert spekuliert, der angeblich vor einem vorzeitigen Abschied steht. Nach Informationen der Bild-Zeitung wird dem früheren Paderborner Trainer, der erst zu Saisonbeginn verpflichtet worden war, vor allem die fehlende sportliche Entwicklung der Mannschaft und das nicht vorhandene Konzept vorgeworfen. Zudem soll die Chemie zwischen ihm und der Mannschaft nicht stimmen. Schubert wehrte sich am Freitag. „Die Mannschaft gibt alles, die Chemie stimmt, sonst macht man beim FSV Frankfurt nicht ein 0:3 wett“, sagte der Trainer: „Ich bin sicherlich nicht der Diplomatischste unter der Sonne. Kann sein, dass ich den einen oder anderen mit meiner Art brüskiert habe.“

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Ähnlich spannend wie der Kampf um Platz drei ist auch die Situation im Tabellenkeller, wo nur Hansa Rostock als Absteiger in die 3. Liga feststeht und der zweite direkte Absteiger sowie der Relegationsteilnehmer noch gesucht werden. Alemannia Aachen hat als Vorletzter (28 Punkte) im Auswärtsspiel bei 1860 München die schlechtesten Karten und ist auf Schützenhilfe angewiesen, um den Relegationsrang 16 noch zu erreichen.

Fremde Hilfe für den direkten Klassenerhalt benötigt auch der Karlsruher SC (30), der aber immerhin aus eigener Kraft gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt den Relegationsplatz erfolgreich verteidigen kann. Theoretisch kann es auch noch die punktgleichen (32) Ostvereine Erzgebirge Aue (gegen VfL Bochum) und Energie Cottbus erwischen.

Zudem entscheidet sich zwischen den beiden Aufsteigern SpVgg Fürth (69/bei Hansa Rostock) und Eintracht Frankfurt (68) die Meisterschaft.

sid

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