Bayer schon auf Platz 4

Leverkusen siegt und zieht am BVB vorbei

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Leverkusens Andre Schürrle (l) und Gonzalo Castro jubeln über Castros Treffer zum 3:1

Leverkusen - Elf Tage, drei Wettbewerbe - vier Siege: Bayer Leverkusen zeigt in kraftraubenden englischen Wochen eindrucksvoll Stärke und hat in einen Champions-League-Platz erobert.

Nach Siegen bei Rapid Wien, Bayern München und Arminia Bielefeld bezwang die kombinationsstarke Werkself am zehnten Spieltag Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in einem turbulenten Derby verdient mit 3:2 (2:1).

Bayer liegt jetzt auf Platz vier vor Borussia Dortmund, die Fortuna musste ihre vierte Liga-Niederlage in Serie hinnehmen und rutscht immer tiefer in den Abstiegskampf.

Sidney Sam (16.) bestätigte mit einem traumhaften Lupfer die Statistik, dass Leverkusen fast immer (in acht von zehn Spielen) das 1:0 erzielt. Nur 71 Sekunden nach dem glücklichen Düsseldorfer Ausgleich durch Nando Rafael (40.) nutzte Andre Schürrle (41.) eine der vielen Abstimmungsprobleme der Fortuna zum 2:1. Sekunden nach einer Roten Karte gegen den kurz zuvor eingewechselten Bayer-Profi Simon Rolfes traf Gonzalo Castro (66.) in Unterzahl zum 3:1. Adam Bodzek (86.) gelang mit einem Distanzschuss nur noch der Anschlusstreffer.

Fortuna-Coach Norbert Meier war mächtig angefressen: „Wir spielen gerade mit elf gegen zehn Mann und fangen an, aus 45 Metern aufs Tor zu schießen. Das wird in dieser Liga bestraft. Das hat vielleicht gereicht, als du in der Oberliga gespielt hast - jetzt nicht mehr. Ich bin sauer, weil ich das Gefühl hatte, dass hier mehr drin war - aber nicht, wenn Du solche Fehler machst.“

Rotsünder Rolfes, der nur 75 Sekunden nach seiner Einwechslung vom Platz flog, verstand die Welt nicht mehr. „Ich lege mir den Ball zu weit vor und spiele dann foul - aber das war maximal Gelb, unglaublich ärgerlich, völlig unnötig. Wichtig ist, dass wir trotzdem gewonnen haben.“

Wien in der Europa League, die Bayern in der Bundesliga, Bielefeld im DFB-Pokal - gegen Gegner unterschiedlichster Couleur und Spielstärke hatte Bayer entweder souverän, mit viel Glück oder mit Kampfgeist gewonnen. Nun kam der Aufsteiger aus Düsseldorf, der nach einem guten Start zuletzt reichlich Prügel bezogen hatte.

Dementsprechend spielte die Fortuna vor 27.153 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena sehr zurückhaltend und überließ Leverkusen fast durchgehend das Mittelfeld - ein Fehler, der von Schürrle (3.) und Manuel Friedrich (5.) beinahe bestraft worden wäre. Danach besann sich Düsseldorf, spielerisch weiterhin auf dem Niveau einer Zweitliga-Mannschaft, die Defizite mit Kampf und Leidenschaft auszugleichen. Phasenweise gelang dies auch, doch meistens rannte der Außenseiter hinterher.

Der Druck ließ etwas nach, bis Axel Bellinghausen den Ball im Aufbau völlig unnötig an Stefan Kießling verlor. Der Bayer-Stürmer schickte Sam steil, und der wiederum überlupfte F95-Torhüter Fabian Giefer sehenswert. Düsseldorf hatte wenige Ideen, selbst eine erste Torchance war noch ein Bayer-Produkt: Friedrich hätte den Ball fast ins eigene Tor gespitzelt (24.).

Kurz nach einem Latten-Treffer von Schürrle (34.) hatten die Gäste erneut Glück, dass Ömer Toprak den Kopfball von Rafael unhaltbar ins Tor lenkte. Die Freude der vielen Tausend mitgereisten Fans währte aber nur kurz, Schürrle machte es für Bayer diesmal besser.

Fortuna-Trainer Norbert Meier nahm Rafael zur Halbzeit raus, Dani Schahin war fortan die einzige Spitze. Der Angreifer gab auch gleich einen Warnschuss ans Außennetz ab (46.). Limitiert, aber doch schwungvoller als vor der Pause versuchte es Düsseldorf zumeist über die Außenpositionen.

Bayer schwächte sich dagegen selbst: Rolfes rauschte Bodzek übermotiviert in die Beine und flog etwas umstritten vom Platz. Düsseldorf rannte sofort energisch an - und lief in einen wunderbaren Konter zum 1:3. Nach dem Anschlusstreffer verpasste Gerrit Wegkamp bei seinem Bundesliga-Debüt in der 90. Minute aus kurzer Distanz die große Chance zum Ausgleich.

Wirbelwind Sidney Sam war einer der besten Bayer-Spieler, auch Schürrle überzeugte mit seinem Offensivdrang. Der Nationalspieler schoss aus allen Lagen. Bei der Fortuna tat sich - wie fast immer - Giefer hervor.

sid

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