Biografie des Kult-Trainers

"Lebbe geht weider": Stepi jetzt als Buch

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Dragoslav „Stepi“ Stepanovic

Köln - Er selbst schrieb mit Eintracht Frankfurt Bundesliga-Geschichte. Am Donnerstagabend stellte Dragoslav „Stepi“ Stepanovic seine Biografie vor.

„Lebbe geht weider“ ist nicht nur Buchtitel, sondern zugleich auch Lebensmotto des Mannes, den alle nur liebevoll „Stepi“ nennen. Als Trainer von Eintracht Frankfurt wurde Dragoslav Stepanovic zur Bundesliga-Kultfigur. „Dieser Spruch zeigt mich so wie ich bin“, erklärte der 64-jährige am Donnerstagabend vor 200 Gästen. Im Eintracht-Museum wurde die Biografie des Serben vorgestellt, dessen Leben die beiden Autoren Peter C. Moschinski und Martin Thein auf 224 Seiten nachzeichnen.

„Der Titel hätte aus meiner Sicht nicht besser gewählt können“, meinte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in seinem Grußwort. „Aus meiner Sicht gibt es zwei große Philosophen aus Frankfurt: Der eine war Goethe, der andere Stepi“, scherzte der CDU-Politiker und würdigte den Typen und Trainer Stepanovic gleichsam: „In dem Buch wird hinter der öffentlichen Fassade der Mensch Stepanovic sichtbar.“

Schlagartig wurden Bouffiers Ausführungen jedoch unterbrochen. „Ich bin wegen Stepi gekommen“, schimpft einer der Gäste, zu denen auch die einstigen Frankfurter Nationalspieler Maurizio Gaudino und Ronald Borchers sowie die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth und Erich Rutemöller gehörten.

Rutemöller, der sich 1991 als Trainer des 1. FC Köln durch den Spruch „Mach et, Otze“ selber Kultstatus verschafft hatte, ist ein wichtiger Teil des Buches, Teil des Titels und letztlich auch Teil von Stepanovics Leben. Der heute 68-Jährige war an jenem 16. Mai 1992 Trainer von Hansa Rostock, als die Eintracht unter Stepanovics Leitung die wohl tragischste Stunde ihrer Vereinsgeschichte erlebte. Mit 1:2 verloren die Frankfurter in einem denkwürdigen Spiel gegen die bereits abgestiegenen Hansestädter und verspielten damit die bereits sicher geglaubte Meisterschaft.

„Das Spiel nehmen wir sehr ernst. Wir gewinnen heute“, hatte Rutemöller damals seiner Elf mit auf den Weg gegeben. Bei der Pressekonferenz nach dem Abpfiff sagte Stepanovic in seinem unverwechselbaren serbo-hessischen Slang dann jenen Satz, der ihm seitdem stets anhaftet und für ihn zu einer Art Markenzeichen wurde: „Lebbe geht weider!“

Lange überlegen musste Stepanovic, der als Trainer von Rot-Weiß Frankfurt einst einen gewissen Jürgen Klopp als Spieler 1990 zu sich lotste, übrigens nicht, als die Anfrage der Buchautoren kam: „Ich bin jetzt drei Jahre ohne Job, da musste ich was tun.“ Auch die Eintracht-Fans wusste der zuletzt in China, Ägypten und seiner Heimat Serbien als Trainer tätige „Stepi“ knapp 21 Jahre nach dem Rostock-Trauma zu besänftigen: „Die Eintracht hat gegen Bayern gezeigt, dass sie reif für die Europa League ist.“

Seinen Gästen gab Stepanovic noch einen für ihn typischen Rat mit auf den Heimweg: „Lebbe geht weider, aber pass auf, dass es nicht an dir vorbeigeht.“

dpa

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