Zweite Liga, 32. Spieltag

Lautern vor Relegation - St. Pauli punktet

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Lautern durfte vier Tore bejubeln

Kaiserslautern - Nach einem wahren Sturmlauf steht Zweitligist 1. FC Kaiserslautern dicht vor der Qualifikation für die Bundesliga-Relegation. Der FC St. Pauli holt einen wichtigen Auswärtspunkt.

Im Dreikampf um die letzte Aufstiegschance in der Zweiten Liga hat der 1. FC Kaiserslautern nach einem „Big Point“ für die beiden letzten Runden die besten Karten in der Hand. Durch ihren überraschend hohen 4:1 (4:0)-Erfolg im Duell mit dem Überraschungsrivalen FSV Frankfurt und die 1:2 (1: 0)-Pleite des zurückgefallenen Verfolgers 1. FC Köln beim Bochumer „VfL Neururer“ fehlt den Pfälzern nur noch ein Sieg zum Einzug in die Relegationsrunde.

Während ganz oben Spitzenreiter Hertha BSC nach dem Aufstieg durch das 3:2 (3:0) gegen Abstiegskandidat Erzgebirge Aue und den glücklosen Neu-Trainer Falko Götz schon am Montag auch noch als Zweitliga-Meister feststehen könnte, hat sich das Rennen um den Klassenerhalt durch den besiegelten Abstieg des SV Sandhausen und Jahn Regensburgs vorherigen Sturz in die Drittklassigkeit auf einen Kampf gegen die Relegations-Duelle mit dem Drittliga-Dritten reduziert. Die größte Gefahr droht dabei derzeit dem punktgleichen Sachsen-Duo Aue und Dynamo Dresden.

Kaiserslautern nutzte gegen Frankfurt eine abermalige Chance zur Vorentscheidung im Relegations-Rennen nach mehreren Fehlversuchen entschlossen. Schon vor der Pause pulverisierte das furios auftrumpfende Team von Trainer Franco Foda jegliche Hoffnungen der Hessen durch zwei Tore von Kapitän Albert Bunjaku (27. und 45.+2) sowie Treffer von Marc Torrejon (40.) und Benjamin Köhler (45.).

„Das war eine tolle Leistung“, lobte Foda seine Mannschafts: „Ich habe immer betont, dass wir auf uns schauen sollen. Jetzt wollen wir den einen Sieg, der uns noch fehlt, auch noch holen.“ Als Edmond Kapllani für den FSV verkürzte (85.), hatte Lautern denn auch längst schon den Schongang für sein nächstes Match in Regensburg eingelegt.

Köln hingegen scheint die Luft schon vor dem Schlussspurt ausgegangen und hat vier Punkte hinter den „Roten Teufeln“ nur noch geringe Chancen. „Wir drehen uns im Kreis“, moserte FC-Trainer Holger Stanislawski in Bochum nach dem dritten Spiel der Rheinländer ohne Sieg in Serie (2 Punkte) auch über die verspielte Pausenführung seiner Elf: „Es fehlen Ruhe, Klarheit und Kaltschnäuzigkeit. Deshalb stehen wir in der Tabelle, wo wir stehen, und sind eben nur Vierter.“

„Peter, der Große“ Neururer hätte nach Bochums viertem Sieg im vierten Spiel unter seiner Regie mehr Grund zur Freude gehabt, schlüpfte in der VfL-Euphorie allerdings in die ungewohnte Rolle des besonnenen Mahners: „Wir haben noch gar nichts erreicht und stecken immer noch in einer brisanten Situation. Uns fehlt noch ein Sieg.“

Vier Punkte hinter den Westfalen, die den FC St. Pauli (0:0 beim MSV Duisburg) hinter sich ließen, ist bei Aue und dem Tabellendrittletzten Dresden die Angst noch größer. Dresden befindet sich dabei trotz der schlechteren Tordifferenz allerdings nach einer gelungen Aufholjagd und dem gerade noch rechtzeitig hergestellten Direktkontakt zum rettenden Ufer im psychologischen Vorteil des Jägers.

„Es ist wichtig, dass wir Druck nach oben ausüben“, beschrieb Torhüter Benjamin Kirsten nach seinen gleich zwei Elfmeter-Paraden beim 2:1 Sieg gegen den SC Paderborn die Ausgangslage.

Bei Aue hingegen verpuffte auch die Verpflichtung von Götz als „Feuerwehrmann“ zunächst wirkungslos. Mehr als Pfeifen im Wald hatte der Nachfolger des entlassenen Karsten Baumann den Fans denn auch nicht zu bieten: „Ich denke, wir haben gute Chancen.“ Der Trend spricht dagegen: Aue ist sei vier Spielen sieglos.

Sandhausen hingegen kann sich nach dem Abstieg, den das 3:1 gegen den FC Ingolstadt nach Dresdens vorherigem Sieg gegen Paderborn nicht mehr verzögern konnte, schon ganz auf die Planungen für die neue Saison konzentrieren - und hat gleich die nächsten Probleme. Für die dritte Liga fehlt laut Geschäftsführer Otmar Schork ein Betrag „im niedrigen siebenstelligen Bereich. Wir müssen gewaltige Anstrengungen unternehmen, die Summe rechtzeitig zusammenzubekommen. Wir kommen in der 3. Liga erneut in allen Bereichen an unsere Grenzen“.

Theoretisch besteht für den SV im Falle eines Lizenzentzugs für den VfR Aalen (2:1 gegen Regensburg) auch noch die Chance auf einen „Klassenerhalt durch die Hintertür“.

sid

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