Rummenigge kritisiert Lahm für UEFA-Forderung

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Phiipp Lahm wollte, dass UEFA-Chef Michel Platini Stellung bezieht.

Berlin - Karl-Heinz Rummenigge hat Philipp Lahm getadelt: Seine Forderung an UEFA-Chef Michel Platini hätte er nach Meinung des Bayern-Chefs besser lassen sollen.

Philipp Lahm hatte UEFA-Chef Michel Platini aufgefordert zur politischen Situation in der Ukraine Stellung zu beziehen. „Den Präsidenten der UEFA zu etwas aufzufordern, hätte er wohl besser gelassen, das ist nicht seine Aufgabe“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Gleichwohl stehe einem Spieler das Recht zu, sich selbst zur Lage im Land des Co-Gastgebers der Europameisterschaft kritisch zu äußern: „Vom Kapitän der Nationalmannschaft wird erwartet, dass er dazu Stellung bezieht.“

Lahm hatte die politische Führung der Ukraine wegen des Umgangs mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko kritisiert und von der UEFA gefordert, sich deutlich zur Frage der Menschenrechte in der früheren Sowjetrepublik zu äußern. In Richtung Platini sagte der Verteidiger: „Ich glaube, dass er Position beziehen sollte. Und ich bin gespannt, was er zu sagen hat.“

Platini hatte diese Forderung brüsk zurückgewiesen. „Er kann sagen, was er will. Das ist mir egal. Herr Lahm ist nicht mein Chef. Er hat von mir nichts zu fordern.“ Bundestrainer Joachim Löw hatte sich zum Vorstoß seines Kapitäns nicht geäußert. Der DFB-Chefcoach will vor Turnierbeginn seine Spieler nochmals „grundsätzlich aufklären“ lassen über die Situation in der Ukraine. „Wir werden ihnen Wissen vermitteln. Die Spieler können ihre Meinung äußern, wenn sie wollen“, sagte Löw.

dpa

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