Lahm-Buch: Brisante neue Details - Magath schimpft

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Philipp Lahms Buch sorgt für Ärger

Frankfurt/Main - Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg hat DFB-Kapitän Philipp Lahm wegen der Veröffentlichung des Buches „Der feine Unterschied“ Geldgier unterstellt und heftige Kritik geübt. Indes sind neue Passagen bekannt.

„Ich kann dazu nur eins sagen: So wird man keine Persönlichkeit! Jeder, der ein Buch schreibt, will dieses Buch ja auch verkaufen; sprich: Geld damit verdienen. Darum muss halt etwas drinstehen, was die Leute interessiert“, sagte Magath der Welt (Freitagsausgabe).

Zuvor hatte Lahm neben seinen Ex-Trainern Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Louis van Gaal auch Magath attackiert. „Einige Profis lassen sich von dem Druck, den der Trainer ausübt, auch nicht mehr beeindrucken. Seine Tricks greifen nicht mehr, man kennt sie schon“, schrieb Lahm in dem Buch, das am Montag erscheint.

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Auch Bremens Sportchef Klaus Allofs kann Lahms Motivation nicht verstehen. „Ich bin schon lange in diesem Geschäft, aber ich habe noch nie den Drang verspürt, ein Buch darüber zu schreiben. Es gibt einfach gewisse Regeln, die man einhalten sollte.“ Stuttgarts Manager Fredi Bobic bewertet das Buch derweil als Vertrauensbruch. „Ich würde ihm nie mehr was erzählen. Es wird ihm schaden, Gratulation dazu! Ich verstehe das nicht und kann die Aussagen von Rudi Völler nur bestätigen. Muss er als aktueller Spieler ein Buch schreiben? Welchen Nutzen hat das? Es ist das Schlechteste, was Du als Spieler machen kannst!“, sagte Bobic.

Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski warf Lahm „schlechten Stil“ vor. „Zu erzählen, was der oder jener nachts im Hotel macht. Das macht man nicht. Ob man in diesem Alter schon ein Buch schreiben muss, weiß ich nicht. Diese Leute haben in meinen Augen viel zu viel Zeit, sich über andere Menschen Gedanken zu machen. Das ist unfassbar und spricht auch dafür, wie uninteressant das eigene Leben ist und wie interessant das Leben anderer ist. Zu meiner Zeit wäre das innerhalb unserer Mannschaft problematisch geworden“, sagte Stanislawski.

Da Lahm in seinem Werk auch Internas aus dem EM-Jahr 2008 preisgibt, muss der 27-Jährige möglicherweise um seine Kapitänsbinde fürchten. Nach der Kritik an fast allen Trainern seiner bisherigen Karriere ging Lahm zumindest auf Schmusekurs zu Bundestrainer Joachim Löw. „Jogi Löw erweist sich schon bei den ersten Trainingseinheiten als gewiefter Taktiker. Es ist interessant, was er über jede einzelne Position zu sagen weiß, vor allem für einen Spieler, dem bisher kein Trainer Anregungen gegeben hat, wie er die Position des linken Verteidigers vielleicht interpretieren könnte“, schreibt Lahm.

Dagegen legte Lahm in Auszügen des Buches in der Bild-Zeitung noch einmal gegen Rudi Völler nach. Laut Lahm war die deutsche Nationalmannschaft unter dem damaligen DFB-Teamchef Völler im Jahr 2004 nicht mehr als ein zusammengewürfelter Haufen von Freizeitkickern. „Das Training läuft erstaunlich locker ab. Wir laufen ein, zwei Runden um den Platz, um uns warm zu machen, machen ein bisschen Stretching, spielen Kreis, üben Flanken und Torschüsse und fangen nachher ein kleines Spiel an. Mir kommt das so vor, als würden ein paar Kumpels miteinander in die Ferien fahren, um Fußball zu spielen“, schrieb der DFB- und Bayern-Kapitän in seinem Buch, das auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits für Aufregung sorgt.

Lahm schrieb weiter über die Völler-Zeit: "Pro Tag wird vielleicht eine Stunde trainiert, dann verziehen sich alle wieder auf ihre Zimmer. Ich glaube, dass damals viele Playstations geglüht haben."

sid

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