FCK feuert Kurz

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Marco Kurz muss gehen

Kaiserslautern - Der stark abstiegsbedrohte Bundesligist 1. FC Kaiserslautern hat sich am Dienstag von seinem Trainer Marco Kurz getrennt. Jetzt wird über einen Nachfolger spekuliert.

Krassimir Balakow soll neuer Trainer beim Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern werden und nach Informationen der Bild-Zeitung die Nachfolge des am Dienstag entlassenen Marco Kurz antreten. Der 45 Jahre alte ehemalige bulgarische Nationalspieler, der von 1995 bis 2003 beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, ist derzeit bei Hajduk Split in Kroatien tätig.

Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist hatte sich am Dienstag von seinem Trainer Marco Kurz getrennt. Die Verantwortlichen des Schlusslichts reagierten damit auf die lang anhaltende sportliche Talfahrt. Der viermalige Meister, der am Sonntag 1:4 gegen Schalke 04 verloren hatte, wartet seit 16 Punktspielen auf einen Sieg. Die Roten Teufel haben bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

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„Um wirklich jede denkbare Möglichkeit für den Klassenerhalt ausgeschöpft zu haben, müssen wir diesen Weg gehen“, sagte FCK-Boss Stefan Kuntz am Dienstagnachmittag: „Nach dem 1:4 gegen Schalke und vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der gemeinsamen Überzeugung gekommen, dass wir diesen Schritt vollziehen müssen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viele verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Mannschaft in die Erfolgsspur zu bringen. Leider ist uns dies nicht gelungen.“

Als Interimslösung betreuen zunächst Co-Trainer Oliver Schäfer und Torwart-Trainer Gerry Ehrmann die Mannschaft. Ein neuer Cheftrainer soll kurzfristig vorgestellt werden. Als Kandidat war der ehemalige FCK-Profi Franco Foda ins Gespräch gebracht worden. Doch dieser steht zumindest für eine sofortige Nachfolge von Kurz nicht zur Verfügung. „Ich habe einen Vertrag bei Sturm Graz bis zum 31. Mai 2012, und den werde ich auch bis zu diesem Tag erfüllen“, sagte Foda beim TV-Sender Sport1.

FCK-Vorstandsboss Kuntz hielt sich am Dienstag noch bedeckt, welcher neue Trainer die Pfälzer doch noch vor dem Abstieg bewahren soll. Kuntz untermauerte, dass der Vorstandsriege die Entlassung von Kurz nicht leicht gefallen sei. „Dieser Schritt fällt uns allen nun sehr schwer, denn Marco Kurz hat sich immer komplett in den Dienst der Sache und des Vereins gestellt. Wir haben mit dem Aufstieg 2010 und dem siebten Tabellenplatz 2011 gemeinsam große Erfolge erzielt“, sagte Kuntz.

Ex-Spieler Klaus Toppmöller kritisierte bei Sky Sport News HD den Zeitpunkt der Entlassung. „Ich glaube, es war zu spät“, sagte Toppmöller, der nach eigenen Angaben nicht als Retter zur Verfügung steht.

Zuvor hatte Lauterns Ex-Torjäger Olaf Marschall Kurz bereits unterstellt, im Abstiegskampf den Überblick verloren zu haben. „In der letzten Saison machte er einen guten Eindruck, aber jetzt scheint er den Faden verloren zu haben. Es sieht so aus, als ob er immer noch herumprobiert, wie welcher Spieler wann auf welcher Position am besten funktioniert. Als ob er selbst an seinen Entscheidungen zweifelt - und das überträgt sich auf die Mannschaft“, sagte Marschall, der 1998 mit dem FCK Meister wurde, dem Internetportal spox.com.

Kurz übernahm das Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern zur Saison 2009/10 und stieg mit dem FCK als Zweitliga-Meister in die Bundesliga auf. In seiner ersten Saison als Bundesliga-Trainer erreichte er mit seinem Team den siebten Tabellenplatz. Aktuell belegt Kaiserslautern mit sechs Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz den 18. Rang.

Die Entlassung von Kurz, dessen Vertrag ursprünglich noch bis 2013 lief, ist der siebte Trainerwechsel der Saison. Zuvor hatten Markus Babbel und Michael Skibbe (beide Hertha BSC Berlin), Marcus Sorg (SC Freiburg), Michael Oenning (Hamburger SV) und Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim) gehen müssen. Ralf Rangnick trat bei Schalke 04 wegen eines Burn-outs zurück.

sid

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