Vertrag bis 2014

Kurz in Hoffenheim vorgestellt

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Marco Kurz (r.) mit Andreas Müller

Zuzenhausen - Die TSG Hoffenheim steckt so tief in der Krise, dass der Club eher einen Zauberkünstler als einen Feuerwehrmann braucht, um den Abstieg zu verhindern. Marco Kurz ist überzeugt, dass er es schafft.

Am Cheftrainer-Parkplatz ist Marco Kurz erst einmal vorbeigefahren. „Ich werde mir das noch zeigen lassen. Ich denke, ich werde einen Parkplatz finden“, sagte der neue Coach der TSG 1899 Hoffenheim bei seiner Präsentation am Mittwoch im Trainingszentrum in Zuzenhausen. Viel wichtiger ist dem Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga, dass Kurz einen Weg findet, den Abstieg zu verhindern. „Das ist für uns eine große Aufgabe, eine schwere Aufgabe“, sagte der 43 Jahre alte Hoffnungsträger. „Aber wir haben die Überzeugung, dass wir es schaffen.“

Kurz erhält bei den Kraichgauern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014, der - laut Manager Andreas Müller - auch für die zweite Liga gilt. Der gebürtige Stuttgarter war seit seiner Entlassung beim 1. FC Kaiserslautern am 20. März ohne Job. „In erster Linie bin ich froh, hier arbeiten zu dürfen“, räumte Kurz ein.

Zusammen mit seinem langjährigen Assistenten Günther Gorenzel und dem erst 25 Jahre alten Hoffenheimer Trainertalent Jens Nagelsmann wird Kurz jetzt die Ärmel hochkrempeln. Trainingsauftakt ist am 2. Januar, am 19. Januar geht es gegen Borussia Mönchengladbach in die Rückrunde.

„Marco Kurz steht auch für die Philosophie des Vereins in Zukunft“, sagte Müller. Der Ex-Lauterer soll eine „dauerhafte Lösung“ sein bei dem Verein, der seine Identität verloren hat. Ein hehres Ziel angesichts der prekären Lage im fünften Erstliga-Jahr des einstigen Dorfvereins. Schließlich hat die TSG seit Ralf Rangnicks Abgang am Neujahrstag 2011 mit Marco Pezzaiuoli, Holger Stanislawski, Markus Babbel und Interimscoach Frank Kramer vier Trainer in nicht einmal zwei Jahren verschlissen.

Kurz machte einen entspannten Eindruck bei seinem Amtsantritt, aber auch einen entschlossenen. „Wir müssen uns der Situation stellen, die Klassenerhalt heißt. Andere Ziele gibt nicht“, sagte der frühere Profi (300 Bundesliga-Spiele). „Wir brauchen nix schönreden. Wir müssen härter, besser und konstruktiver sein als andere Clubs.“

An ein mögliches Relegationsspiel gegen seinen Ex-Club Kaiserslautern, der nach der Trennung von Kurz unter dessen Nachfolger Krassimir Balakow abstieg, will er nicht denken: „Vergleiche verbieten sich. Unser Ziel wird es sein, einen Platz nach oben zu rutschen.“

Müller kennt Kurz noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Schalke 04, wo beide den UEFA-Pokal gewannen. „Für mich ist sehr, sehr wichtig in unserer Situation, dass ich Vertrauen zum Trainer habe“, sagte der Manager. „Seine große Stärke ist, die Mannschaft richtig zusammenzufügen und natürlich das Fußballerische. Er ist akribisch in all seinen Dingen.“ Müller will den Kader „optimieren“, möglicherweise wird es im Winter noch Neuzugänge geben.

Den wichtigsten Menschen in Hoffenheim hat Kurz schon kennengelernt - den mächtigen Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp. „Für mich als junger Mensch ein tolles Treffen“, sagte der neue Chefcoach. Jetzt muss er nur noch den richtigen Parkplatz finden. Und ein Rezept gegen den drohenden Abstieg.

dpa

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