KSC entlässt Andersen - Nobody kommt zurück

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Jörn Andersen schaffte es nicht, den KSC zu stabilisieren.

Karlsruhe - Der akut abstiegsbedrohte Zweitligist Karlsruher SC hat sich von Trainer Jörn Andersen getrennt. Sein Nachfolger ist zwar ein alter Bekannter, aber immer noch ein Nobody.

Der akut abstiegsbedrohte Zweitligist Karlsruher SC hat sieben Spieltage vor dem Saisonende Trainer Jörn Andersen entlassen, nun soll „Nobody“ Markus Kauczinski den Traditionsklub vor dem Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit retten. „Die Situation ist brenzlig, aber nicht aussichtslos. Ich habe bereits bewiesen, dass ich in sehr kurzer Zeit etwas bewegen kann. Meiner Ansicht nach ist die Mannschaft in der Lage, jeden Gegner in der zweiten Liga zu schlagen“, sagte Kauczinski, der bei den Badenern am Montag einen Vertrag bis Ende Juni 2014 unterzeichnete.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte der glücklose Norweger Andersen seinen Spind beim KSC bereits ausgeräumt. Nur ein Punkt in den vergangenen fünf Spielen und der Rückstand von sieben Zählern auf einen Nichtabstiegsplatz sorgten dafür, dass Präsident Ingo Wellenreuther und der Sportliche Leiter Oliver Kreuzer die Reißleine zogen. „Die sportliche Situation hat leider keine andere Entscheidung zugelassen. Markus hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er gut mit der Mannschaft arbeiten kann. Ich hoffe, dass er das Ruder noch herumreißt“, sagte Kreuzer, der im Herbst bereits seinen Freund Rainer Scharinger als Trainer entlassen hatte.

Am Samstag hatten die Badener sang- und klanglos 0:3 bei der SpVgg Greuther Fürth verloren und damit ihren Negativtrend ungemindert fortgesetzt. Das hatte das Fass bei Kreuzer offenbar zum Überlaufen gebracht. Eine glückliche Fügung war zudem, dass der 41-jährige Kauczinski, der beim KSC in den vergangenen Jahren bereits dreimal als Interimscoach eingesprungen war, am vergangenen Donnerstag an der Seite von Stefan Effenberg und Mehmet Scholl erfolgreich die für die Arbeit im Profibereich wichtige Fußballlehrer-Lizenz erworben hatte.

Bevor Andersen im vergangenen November beim KSC das Zepter übernommen hatte, war Kauczinski nach der Entlassung von Ex-Trainer Scharinger bereits als Interimscoach eingesprungen. Kauczinski feierte im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt einen 3:2-Erfolg, musste dann aber Andersen weichen, da er nicht über die nötige Fußballlehrer-Lizenz verfügte. Nachdem Kauczinski nun aber die Lizenz erworben hat, stand einer Entlassung von Andersen nichts mehr im Wege.

Der Skandinavier Andersen hatte den badischen Traditionsklub im November auf Rang 14 übernommen - mittlerweile ist das Team mit sieben Zählern Rückstand auf den Tabellen-15. MSV Duisburg Tabellen-Vorletzter. Die Bilanz von Andersen war zuletzt äußerst bitter. So holte der frühere Angreifer auswärts nur einen Punkt. Zudem bekam Andersen die Abwehr-Schwäche des KSC bei Standards nicht in den Griff. Nach ruhenden Bällen kassierten die Karslruher unglaubliche 28 Tore.

Nachdem Andersen das Team von Kauczinkis übernommen hatte, folgten zunächst fünf Niederlagen in Serie. Im Winter durfte Andersen deshalb ordentlich Geld für neue Spieler ausgeben. Insgesamt kamen sechs Neuzugänge, doch Profis wie Makhtar Thioune oder Boubacar Fofana spielten dennoch keine Rolle. Entlarvend war auch die Marschroute von Andersen vor dem peinlichen Auftritt in Fürth. „Ich hoffe, dass wir mit Glück gewinnen. Vielleicht sogar durch ein Eigentor“, hatte Andersen erklärt. Es waren fast seine letzten Worte als Trainer des Karlsruher SC.

sid

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