Löw kritisiert Lahm und verzichtet auf Sanktionen

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Joachim Löw

Frankfurt/Main - Philipp Lahm bleibt Kapitän des DFB-Teams, muss sich aber deutliche Kritik von Joachim Löw und Oliver Bierhoff gefallen lassen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Buchveröffentlichung von Philipp Lahm missbilligt. Die sportliche Leitung des DFB-Teams und der Spielerrat werden in der nächsten Woche vor dem Länderspiel gegen Österreich mit dem Kapitän der Nationalmannschaft ein Gespräch führen. “Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden“, hieß es in einer Presseerklärung des DFB vom Donnerstag.

“Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. “Wir wollen mündige Spieler. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten“, rügte Teammanager Oliver Bierhoff den 26 Jahre alten Abwehrspieler. “Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde“, fügte Bierhoff hinzu.

 

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“Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat“, erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich mit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff am Donnerstag nach eingehender Lektüre der detaillierten Inhalte des Lahm-Buchs darauf verständigte, dass der Münchner Spieler sein Vorgehen erklären solle.

“Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind. Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen“, wird Zwanziger in der Pressemitteilung weiter zitiert.

Einig waren sich Zwanziger, Niersbach, Löw und Bierhoff darüber, dass vor allem die Kritik an Rudi Völler unangebracht ist. “Rudi hat uns nach der EM 2000 in einer extremen Notsituation geholfen und trotz vieler Probleme eine großartige Arbeit geleistet, davor muss man heute noch den Hut ziehen. Insofern sind Philipp Lahms Einlassungen völlig unangemessen und zurückzuweisen“, erklärte Niersbach.

Auch der von Lahm ebenso wie Völler kritisierte Jürgen Klinsmann erhielt Rückendeckung vom DFB-Generalsekretär: “Jürgen hat 2004 unter widrigen Voraussetzungen eine Aufbruchstimmung erzeugt, die in der glänzenden WM 2006 endete. Als Nationalspieler und Weltmeister, aber auch in ihrem ganzen Auftreten für den deutschen Fußball können die Verdienste von Rudi Völler und Jürgen Klinsmann nicht hoch genug bewertet werden. Das sollte auch Philipp wissen.“

dapd

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