Sie haben nichts gelernt

KSC-Fans: Schon wieder wüste Krawalle

Karlsruhe - 150 KSC-Anhänger haben am Dienstag versucht, das Gelände um das Stadion Rote Erde beim Auswärtsspiel in Dortmund zu stürmen. Nur unter Einsatz von massiver Polizei-Gewalt konnte dies verhindert werden.

Nach neuerlichen Ausschreitungen seiner Fans im Spiel bei Borussia Dortmund II hat der Karlsruher SC Vertreter von Fans und Fanarbeit zum Rapport einbestellt.

„Wir werden uns schnellstmöglich Übersicht über die Sachlage verschaffen. Wir haben den Polizeibericht angefordert und werden sie mit den darin erhobenen Vorwürfen konfrontieren“, sagte Ingo Wellenreuther, der Präsident des Fußball-Drittligisten, am Mittwoch. Er war am Dienstagabend selbst im Stadion in Dortmund und teilweise Augenzeuge der Vorfälle.

Nach Polizeiangaben hatten 150 KSC-Anhänger versucht, das Gelände um das Stadion Rote Erde zu stürmen. Nur unter Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray habe dies von den Einsatzkräften verhindert werden können. Dabei seien sieben Personen verletzt worden, darunter auch eine Polizeibeamtin. Rund 80 Randalierer seien festgesetzt worden. Ein Karlsruher Fan wurde wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch vorübergehend festgenommen.

Angesichts eines erneut drohenden Geisterspiels kündigte Wellenreuther an, auch die Vorgänge vom Dienstag rigoros aufklären zu wollen. „Wir haben ein Interesse daran, dass unsere Fans sich auch auswärts korrekt verhalten. Wir sind auch dort nicht bereit, jegliche Art der Anwendung von Gewalt zu tolerieren. Fans, die so auftreten, nützen dem Verein nicht, sie schaden ihm nur“, sagte der KSC-Präsident.

Der Verein musste bereits am 8. August wegen Ausschreitungen seiner Fans ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Nach dem Zweitliga-Abstieg im Mai hatten Anhänger der Badener das Spielfeld gestürmt, Pyrotechnik abgebrannt, Ordner angegriffen und später versucht, die Geschäftsstelle zu stürmen.

Insgesamt waren damals mehr als 70 Personen verletzt worden, darunter 18 Polizeibeamte. Der KSC war daraufhin zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit und einer Geldstrafe verurteilt worden. Den finanziellen Gesamtschaden für den Verein hatten die Verantwortlichen auf etwa 300 000 Euro beziffert.

dpa

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