Kopftuch-Eklat im Frauenfußball

Paris - Ein Fußball-Spiel zwischen zwei Frauenteams ist in Frankreich in letzter Minute wegen verhüllter Köpfe offiziell abgesagt worden.

Der Schiedsrichter habe den Anpfiff der Begegnung zwischen dem FC Narbonne und Petit-Bard Montpellier verweigert, weil muslimische Gäste-Spielerinnen mit Kopftuch aufs Feld gegangen seien, teilte der FC Narbonne nach Medienberichten vom Montag mit.

Die Entscheidung sorgte in Frankreich für Empörung. “Dass Muslime in Frankreich weniger Rechte als Nicht-Muslime haben, ist nicht neu“, klagte am Montag das muslimische Onlinemagazin “Mooslym“. Auf Sportplätzen gelte aber das französische Gesetz zum Verbot religiöser Zeichen nicht, das habe auch das Innenministerium in Paris bestätigt.

Die zuständige Regionalliga von Languedoc-Roussillon muss nun anhand des Schiedsrichterberichts entscheiden, ob das Spiel neu angesetzt oder aber der FC Narbonne zum Sieger erklärt wird. Die Spielerinnen beider Teams wollten sich aber den Berichten zufolge den Spaß am Fußball nicht verderben lassen. Sie vereinbarten kurzerhand ein Testspiel, das Narbonne 7:6 gewann. Die Narbonne-Spielerinnen hätten sich zudem mit ihren Gästen solidarisch erklärt, hieß es.

In der Vergangenheit hatte es in verschiedenen Disziplinen mehrfach Streit und Diskussionen darüber gegeben, ob muslimische Sportlerinnen verhüllt an den Start gehen dürfen. Dabei ging es nicht nur darum, ob man religiöse Statements auf dem Sportplatz erlauben soll und ob man verhüllte Sportler auseinanderhalten kann, sondern auch um Sicherheitsfragen. Der Weltverband FIFA teilte erst vor einigen Tagen mit, man wolle das Tragen von Kopftüchern künftig erlauben, weil inzwischen ein sicheres Kopftuchmodell entwickelt worden sei.

dpa

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