Kommt der Chip im Ball doch nicht?

Frankfurt/Main - FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger hat die geplante Einführung der Torlinien-Technologie im internationalen Fußball offenbar schon abgeschrieben.

„Da bin ich eher skeptisch, denn diesbezüglich gehen die Meinungen doch auseinander. UEFA-Präsident Michel Platini ist dagegen, er setzt auf Torrichter, andere sind für ausgereifte technische Hilfsmittel zur sofortigen Unterstützung der Schiedsrichter“, sagte der ehemalige DFB-Boss der Sport Bild.

Der Fußball-Weltverband FIFA wird am 2. Juli endgültig über die Einführung der Torlinien-Technologie entscheiden. Das für Regeländerungen zuständige International Football Association Board (IFAB) fällt die Entscheidung damit einen Tag nach dem Finale der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine auf einer Sondersitzung.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, lange ein Gegner der Technologie im Fußball, hatte spätestens mit dem nicht gegebenen Treffer von Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland (1:4) seine Meinung geändert: „Wir werden es tun. Die FIFA kann keine Wiederholung vom dem akzeptieren, was in Südafrika passiert ist“, hatte Blatter Ende 2011 gesagt.

Blatter hatte zudem zuletzt davon gesprochen, dass die Torlinien-Technologie definitiv bereits bei der WM 2014 in Brasilien zum Einsatz kommen wird. „Wir werden eine Technologie haben, mit der Phantom-Tore verhindert werden“, sagte der 76-jährige Schweizer.

Blatters möglicher Nachfolger als FIFA-Boss, UEFA-Präsident Michel Platini, steht der Einführung einer Torlinien-Technologie dagegen kritisch gegenüber. „Ich finde, es ist keine gute Idee. Wir fangen damit an, als nächstes kommen dann die Abseitsentscheidungen“, sagte Platini. Der Franzose favorisiert den Einsatz von zwei Torrichtern.

sid

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