Kölner Team reagiert

Fall Pezzoni: Offener Brief an Fans

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Nach dem Weggang von Kevin Pezzoni haben die Spieler des 1. FC Köln reagiert.

Köln - Mit einem offenen Brief an die Fans und einem „Appell an Fairness und Respekt“ hat die Mannschaft des 1. FC Köln auf die Vertragsauflösung von Kevin Pezzoni reagiert.

„Wenn wir als Spieler und als Mannschaft unsere Leistung nicht bringen, nehmen wir die Kritik der Medien und der Fans an. Doch wir lassen als Mannschaft nicht zu, dass einzelne Spieler von einzelnen Chaoten gedemütigt und persönlich angegangen werden“, heißt es in dem Schreiben, das auf der Klubhomepage veröffentlicht und vom Team unterzeichnet wurde.

„Wir erwarten, dass Berufliches und Privates getrennt bleiben. Wenn einem Spieler vor der Haustür aufgelauert wird, wenn Lebenspartner beleidigt und hässliche Nachrichten geschrieben werden, dann ist eine Grenze überschritten. Das werden wir nicht akzeptieren“, schrieb die Mannschaft. Man werde nicht zulassen, dass einige wenige Störenfriede das Bild des FC in der Öffentlichkeit bestimmen.

Der 23-jährige Pezzoni war vor seiner Vertragsauflösung von Teilen der eigenen Fans bedroht worden.Das hatte Trainer Holger Stanislawski nach der 0:1-Niederlage im Freitagsspiel gegen Energie Cottbus bestätigt. Eine Gruppe von Menschen hätte dem Spieler in dieser Woche vor dessen Privatwohnung aufgelauert, ihn angepöbelt und ihn massiv bedroht. Daraufhin habe Pezzoni erklärt, nicht mehr für den FC spielen zu wollen.

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Pezzoni war bereits Anfang des Jahres in einen Zwischenfall verwickelt gewesen: Während der Karnevalstage brach ihm ein Angreifer die Nase. Pezzoni absolvierte insgesamt 80 Bundesliga- und 10 Zweitligaspiele für den 1. FC Köln. In dieser Saison stand er einmal in der Startformation und wurde einmal eingewechselt.

Pezzoni froh über Mitgefühl

Nach Anfeindungen von mutmaßlichen Hooligans hat sich der frühere Kölner Fußball-Profi Kevin Pezzoni bei einigen Anhängern für ihr Mitgefühl bedankt. „Liebe Fans, es freut mich, hier zu lesen, wie viel Verständnis für unsere Entscheidung entgegengebracht wird“, schrieb der 23-Jährige am Samstag auf seiner Facebook-Seite. „Und wie viel Unverständnis wir gemeinsam gegenüber Mobbing, Beleidigungen, Gewalt & Co. haben. Dies hat weder auf oder neben dem Platz, noch im privaten Umfeld etwas zu suchen.“

SID/dpa

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