Knochenpoliererinnen aus Nigeria sorgen für Unmut

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Die Nigerianerinnen verschonten die Deutschen nicht und gingen mit brachialer Härte in jeden Zweikampf.

Frankfurt - Trotz des Viertelfinaleinzugs der deutschen Mannschaft herrscht Entsetzen über die harte Gangart von Gegner Nigeria. Unterdessen befürchtet Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dass der WM-Hype bald abflaut. 

Diesmal ging’s zur Sache, diesmal wurden den deutschen Damen mal so richtig die Knochen poliert – egal, vergessen, denn Simone Laudehr erlöste das Team von Silvia Neid mit ihrem 1:0… Wobei: Dass die Damen aus Nigeria einstiegen, dass es krachte, war für Ex-Weltmeisterin Nia Künzer die eine Sache. Ein Unding war für sie, dass es 50 Minuten dauerte, bis die Schiedsrichterin die erste gelbe Karte zeigte! „Dabei ist es immer wieder so, dass die Frauen aus Afrika recht hart spielen“, sagte ARD-Expertin Künzer.

Und dass die DFB-Elf auch lange zurückzog in den Zweikämpfen, das fand Künzer auch nicht so prickelnd: „Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen eingeschüchtert waren. Aber dafür ist keine Zeit bei einer WM! Klar, es war eine Erklärung, aber man muss auch mal darauf einsteigen, wenn das Spiel hart wird. Wir können uns bei ­Simone Laudehr bedanken.“ Laudehr war aber trotz ihrer Klasseleistung selbstkritisch: „Wir wussten ja, dass sie sehr aggressiv spielen würden. Aber wir haben uns das Leben auch selbst schwer gemacht. Wir haben den Ball zu lange gehalten und deshalb auf die Knochen bekommen – irgendwie unglücklich…“

Deutschland - Nigeria: Fans waren in Hochstimmung

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Richtig bitter war die Verletzung von Melanie Behringer, die aber nichts mit der harten Spielweise der Nigerianerinnen zu tun hatte: Behringer knickte um, die Ex-Bayern-Spielerin wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Zum Glück handelt es sich lediglich um eine Außenbanddehnung.

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Ihr ehemaliger Präsident, Bayern-Boss Uli Hoeneß, schaute übrigens auch Frauen-WM. „Die Frau Behringer, die haben uns ja die Frankfurter abgeluchst. Es ist also nicht so, dass von uns niemand dabei wäre“, meinte er augenzwinkernd, zu der Tatsache, dass keine Spielerin des FC Bayern dabei ist. Grundsätzliches hatte Hoeneß aber auch zu sagen – und da war sein Urteil ernster. „Ich wünsche dem Frauenfußball, dass sich dieser Hype auch nach der WM fortsetzt“, sagte er. Und dann kam das große Aber: „Die Praxis sieht leider etwas anders aus. Wir haben ja selbst eine Bundesligamannschaft und die Zuschauerzahlen entsprechen nicht dem, was wir im Moment erleben.“

Celia Okoyina da Mbabi: Bilder unseres WM-Sonnenscheins

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Mehr Förderung will Hoeneß seinen Damen aber nicht angedeihen lassen: „Wir machen immer nur das, was der Zuschauer will. Solange der Zuschauer nicht kommt, werden wir das nicht besonders fördern. Im Moment kommen 200 Zuschauer.“ Wann genau es mehr werden? Das weiß auch Hoeneß nicht – aber vielleicht hilft ja die WM. Hoeneß weiter: „Frauenfußball bekommt bei uns dieselbe Chance wie Basketball. Wenn irgendwann 10 000 Leute Damenfußball sehen wollen, werden wir das auch unterstützen.“

Dafür müssten die Deutschen wohl Weltmeister werden, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst steht das Gruppenendspiel an. Und selbst wenn’s nicht so überzeugend war, was die Deutschen zeigten, Frankreichs Trainer Bruno Bini erklärte sie trotz des eigenen 4:0 über Kanada flugs zum Favoriten im Endspiel um den Gruppensieg am Dienstag: „Ich würde sagen, Deutschland hat die bessere Mannschaft. Aber wir spielen 11 gegen 11 und der Ball rollt für alle gleich.“ Auch seine Doppeltorschützin Gaetane Thiney stimmte da mit ein: „Jetzt müssen wir uns für die Begegnung gegen Deutschland erholen. Wir müssen unser Bestes geben, um ein richtiger Gegner zu sein.“

Bilder des Spiels

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