Klose: "Wenn ich fit bin, spiele ich"

+
Klose ist überzeugt, dass er in der Nationalmannschaft nicht auf der Bank sitzen muss

Düsseldorf - Miroslav Klose freut sich schon jetzt auf die EM 2012. Der ehemalige Münchner und Neu-Römer ist überzeugt davon, dass er bei der EURO als Stürmer weiter erste Wahl bei Bundestrainer Joachim Löw ist.

Zwar hat Miroslav Klose noch kein Punktspiel für seinen neuen Klub Lazio Rom bestritten, die Herzen der Tifosi hat der Torjäger der deutschen Nationalmannschaft aber schon im Sturm erobert. „Klose erhält die Bestnote. Er ist stark und spielt mit besonderer Intelligenz. Er ist ein Spieler einer höheren Kategorie“, schrieb die Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport nach Kloses Galavorstellung beim 6:0 im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Rabotnicki Skopje aus Mazedonien.

Einen Treffer hatte der im Sommer von Bayern München nach Italien gewechselte Klose selbst erzielt und drei vorbereitet. Im Rückspiel vergangene Woche (3:1) wurde der WM-Torschützenkönig von 2006 geschont.

Während sich Klose über die Verschnaufpause bei Lazio freute, möchte der 33-Jährige bei der Nationalmannschaft die Spiele möglichst nicht von der Bank aus verfolgen. Und er ist zuversichtlich, dass er in der DFB-Auswahl im Gegensatz zur vergangenen Saison bei den Bayern den Zweikampf mit seinem langjährigen Rivalen Mario Gomez um die Position des sogenannnten Stoßstürmes gewinnt. „Wenn ich fit bin, dann spiele ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es anders kommt“, sagte der Dauerbrenner vor seinem 111. Länderspiel gegen Österreich der Bild-Zeitung.

Ein Jahrzehnt beim DFB: Bilder des Miroslav Klose

Über ein Jahrzehnt beim DFB: Die Bilder des Miro Klose

Dass der im schlesischen Oppeln geborene Klose bei seiner Heim-EM im kommenden Sommer in Polen (und der Ukraine) erneut einen Stammplatz erhält, ist aber bei weitem noch nicht sicher. „Ich weiß nicht, was in einem Jahr ist, es kann so viel passieren“, sagt Bundestrainer Joachim Löw, der froh ist, „dass ich über zwei so starke Mittelstürmer verfüge.“ Dass Gomez in der Nationalmannschaft zuletzt deutlich aufgeholt habe, machte der Bundestrainer aber auch deutlich: „Als Miro zum Saisonabschluss bei den drei Spielen gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan gefehlt hat, erzielte Mario als Ersatz vier Tore. Das spricht für ihn.“

Diesmal konnte allerdings Klose wieder von einer Verletzung seines ehemaligen Klub-Kollegen profitieren. Denn weil Gomez, der sich am vorigen Wochenende in der Bundesliga mit drei Treffern zum 3:0 der Bayern in Kaiserslautern auch für die Nationalmannschaft empfohlen hatte, angschlagen ist, kommt Klose wieder zum Zug. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass Miro und Mario mal wieder zusammenspielen. Das werden wir vor der EM auf jeden Fall noch testen“, sagt Löw und hält die beiden Rivalen somit ein Stück weit ruhig.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Dass Klose zudem nur noch sieben Tore fehlen, um mit dem ruhmreichen Gerd Müller (68 Tore) in der ewigen DFB-Torjägerliste gleichzuziehen, ist für den früheren Bundesligaprofi eine zusätzliche Motivation. „Sicherlich wäre das ein schöner Nebeneffekt“, sagt Klose, der als sein vordringliches Ziel aber die Teilnahme an der EURO in seiner Heimat nennt, wo er zum Abschluss seiner Karrriere den EM-Pokal in den Himmel strecken möchte.

Zuvor will der Goalgetter aber zunächst auch in Italien Erfolg haben. Dass Lazio die richtige Wahl ist, steht für Klose schon nach wenigen Wochen fest. „Bei Lazio ist alles top. Es ist genau so, wie wir uns das gewünscht haben“, sagt er stellvertretend für die ganze Familie. Und auch die Lebensart in Bella Italia kommt ihm sehr entgegen: „Mir gefällt die entspannte Mentalität der Italiener. Ich spüre jetzt, wie gut mir das tut nach 13 Jahren Bundesliga in Deutschland. Ich war in dieser Zeit immer sehr pflichtbewusst und bin nur ein Mal zu spät zum Training gekommen. Und das auch nur, weil die Autobahn gesperrt war.“

Dann fügt der Neu-Römer aber schnell hinzu, dass man auch in Italien pünktlich sein müsse, „aber es geht entspannter zu. Wenn um 9.30 Uhr Abfahrt ist, regt sich niemand auf, wenn ein Spieler um 9. 40 Uhr kommt. Für mich ist es gut zu erfahren, dass es auch anders geht.“

SID

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare