Klose schießt Lazio nach Trainer-Chaos zum Sieg

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Ex-Bayern-Stürmer Miroslav Klose, hier gegen Florenz' Montolivo war erneut der Matchwinner für Lazio Rom. Im Spiel gegen AC Florenz erzielte er den Siegtreffer.

Rom - Dank Miroslav Klose hat sich Lazio Rom in der italienischen Liga wieder berappelt. Durch sein Siegtor gegen den AC Florenz kehrte bei den Römer nach dem Trainer-Chaos wieder etwas Ruhe ein.

In der größten Not kann sich Lazio Rom auf Miroslav Klose verlassen. Nach einer bitteren Pleitenserie, dem K.o. in der Europa League und dem Chaos um die wieder zurückgenommene Kündigung von Trainer Edy Reja hat der deutsche Nationalstürmer die Römer wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht. Mit seinem 13. Liga-Tor bezwang der Ex-Bayer den AC Florenz am Sonntagabend beim 1:0-Heimsieg im Alleingang. Damit hielt der 33-Jährige die Römer auf Champions-League-Kurs und stärkte seinem Coach den Rücken. „Das war ein Tor für Reja“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ am Montag.

„Klose ist ein Torphänomen. Er hält Lazio im Rennen um die Champions League“, analysierte die Sporttageszeitung Corriere dello Sport. „Mit Klose beweist Lazio, dass die Mannschaft sich nach der Pleite gegen US Palermo und Atletico Madrid wieder aufraffen kann“, schrieb Tuttosport.

In der 36. Minute war Klose im Olympiastadion das goldene Tor gelungen, mit dem er nach turbulenten Wochen wieder Ruhe in den Hauptstadtclub brachte. Mit 45 Zählern bleibt Lazio punktgleich Vierter hinter Udinese Calcio, das sich mit 3:1 (1:0) in Bologna durchsetzte. Nach 25 Spielen führt weiter der AC Mailand (51 Punkten). Mit einem Zähler Rückstand bei einem weniger absolvierten Spiel folgt Juventus Turin, das das 1:1-Unentschieden am Wochenende im Spitzenspiel in Mailand wie einen Sieg verbuchen konnte.

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Während Lazio dank Klose wieder Oberwasser bekam, rutscht Inter Mailand immer tiefer in die Krise. Der Vize-Meister unterlag am Sonntagabend 0:1 beim SSC Neapel und verlor zum siebten Mal in den vergangenen acht Pflichtspielen. Inter ist mit 36 Punkten nur noch Tabellen-Siebter. Der heftig in der Kritik stehende Inter-Trainer Claudio Ranieri will dennoch weitermachen. „Ich trete keinen Schritt zurück“, erklärte der Coach am Sonntagabend. In Mailand rechnet man jedoch mit seinem Rauswurf.

Bei Lazio hat sich die Trainerfrage dagegen erstmal geklärt: Reja hat seine Kündigung zurückgenommen, die er aus Verärgerung über die Kritik der Vereinsführung an den Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen eingereicht hatte. „Wir haben alles geklärt“, sagte Reja. Beide Seiten hätten einen Schritt aufeinander zugetan. Nun mache er weiter, um mit Lazio Platz drei zu erreichen. Zumindest bis zum Saisonende bleibt Reja damit wohl auf der Lazio-Trainerbank, für die nach italienischen Medienberichten Gianfranco Zola wohl schon bereit stand.

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Nach dem Schulterschluss der Spieler mit ihrem Trainer und dem von Klose gesicherten Sieg gegen Florenz ist die Position Rejas bei Lazio nun wieder gefestigter. „Jetzt sind wir bereit für das Derby“, meinte der 66-Jährige im Hinblick auf das Stadtduell an diesem Wochenende. Das erste Derby gegen den AS Rom hatte Lazio in dieser Saison bereits gewonnen - dank Miroslav Klose.

Nationalmannschafts-Teammanager Oliver Bierhoff sieht den DFB-Torjäger vom Dienst ebenfalls auf einem gute Weg. „Er machte einen sehr positiven Eindruck. Er fühlt sich glücklich und ist dort angekommen“, sagte der ehemalige DFB-Kapitän am Montag in Bremen, Klose sei immer noch überzeugt von seinem Schritt, auf dem Apennin zu spielen. Auch die überschwänglichen Reaktionen der italienischen Medien in Bezug auf Klose kommen für Bierhoff nicht von ungefähr: „Er hat viel für das Ansehen der deutschen Spieler getan. Er erfüllt seine Vorbildfunktion.“

dpa/sid

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