"Dachten, er sei überfallen worden"

Klopp spottet über Schieber-Frisur

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Frisch frisiert: Julian Schieber (r.)

Dortmund - Bei Borussia Dortmund reichte es zu einem Sieg gegen den abstiegsbedrohten FC Augsburg. Im Fokus stand Doppeltorschütze Julian Schieber, dessen Frisur für Spott bei Jürgen Klopp sorgte.

Hoch gepokert und gewonnen - Jürgen Klopp atmete nach dem Abpfiff erstmal tief durch. „Man muss auch mal Glück haben mit seinen Entscheidungen“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Gleich sieben Positionen hatte der Coach des entthronten Meisters mit Blick auf das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den FC Malaga neu besetzt. Nach dem 4:2 (1:2) gegen den FC Augsburg konnte er zufrieden feststellen: „Die Mannschaft hat ihren Charaktertest bestanden.“

Erst gratulierte Klopp dem Thronfolger Bayern München brav zum Titelgewinn und fügte an: „Ich hoffe, dass wir den Abstand in der kommenden Saison geringer darstellen können.“ Dann kreisten seine Gedanken um die aktuelle Situation beim BVB. „Es war wichtig, zwischen zwei so wichtigen Spielen in der Champions League zu zeigen, dass wir Fußball spielen, um zu gewinnen. Das haben die Jungs gemacht. Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen“, erkärte „Kloppo“.

Marco Reus, Mats Hummels, Jakub Blaszczykowski und Roman Weidenfeller standen nicht einmal auf dem Mannschaftsbogen. Dafür feierten die Youngsters Jonas Hofmann und Leonardo Bittencourt ihr Debüt in der Startelf. „Warum nicht?“, fragte Klopp, immerhin habe der BVB viele gute Spieler. Aber weil so viele sehr gut seien, würden die Guten oft nicht so in Erscheinung treten, erklärte der 45-Jährige.

Jene Mannschaft , die in dieser Formation wohl nie mehr auflaufen wird, enttäuschte ihn nicht. Erst als Stress angesagt war, Augsburg den Spielverlauf nach der Dortmunder Führung durch Julian Schieber (22.) durch Treffer von Daniel Baier (43.) und Kevin Vogt (44.) auf den Kopf gestellt hatte, liefen Mario Götze und Robert Lewandowski aus der ersten Garde auf.

Gleich mit dem ersten Ballkontakt leitete der polnische Nationalspieler das 2:2 durch Schieber (52.) ein, bevor Neven Subotic (64.) die Weichen auf Sieg stellte und Lewandowski selbst seine Serie fortsetzte. Mit seinem 21. Saisontreffer (90.+2) blieb er auch im zehnten Liga-Spiel in Folge erfolgreich, womit der den Vereinsrekord und auch seine Führung in der Schützenliste der Bundesliga ausbaute. Überhaupt war der Pole in bisher 39 Saisonspielen an 38 Toren unmittelbar besteiligt.

Doch noch wichtiger werden seine Tore am Dienstag sein. „Wir haben immerhin gezeigt, dass wir Tore schießen können“, sagte Kapitän Sebastian Kehl im Rückblick auf das 0:0 in Malaga drei Tage zuvor: „Wir konnten Kräfte schonen, deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir weiterkommen.“ Nationalspieler Sven Bender ergänzte: „Diese drei Punkte sind wichtig für das Selbstvertrauen.“

Klopp spottet über Schieber-Frisur

Schieber erklärte bei Liga total! seinen ungewöhnlichen "Scheren-Jubel": "Ich wollte es eigentlich nicht öffentlich machen, aber der Trainer und die Mannschaftskameraden haben es in der Spielbesprechung erkannt: Ich habe mir die Spitzen geschnitten vor dem Spiel, weil sie mich einfach gestört haben im Auge. Und zwar mit einer Tape-Schere – das war nicht so professionell… Das hat man dann gesehen. Daher der kleine Spaß!" Klopp spottete bei Liga total! über Schiebers Frisur: "Wir dachten, er wäre überfallen worden! Aber er hat sich diese Frisur tatsächlich selber zugefügt mit der Tape-Schere. Er hatte Angst, dass er sonst nichts sieht im Spiel… Hat ja geholfen – der Durchblick war ja da."

Es war ein intensives Spiel, wenngleich Augsburg 40 Minuten im Stile eines hochkarätigen Abstiegskandidaten agierte und vermutlich mehr über die Halbzeitführung überrascht war als der BVB. „Dann haben wir uns in der Pause so viel vorgenommen und dann das Spiel aus der Hand gegeben“, resümierte FCA-Trainer Markus Weinzierl. Seine Hoffnungen, zumindest einen Punkt mitnehmen zu können, um den Abstand zum rettenden Platz 15 und Fortuna Düsseldorf reduzieren zu können, zerstoben mit den Einwechslungen von Götze und Lewandowski.

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„Man hat gesehen, welche Qualität sie haben und wie stark der BVB ist“, sagte Weinzierl sichtlich enttäuscht. Manager Stefan Reuter, 1997 Champions-League-Sieger mit dem BVB, hätte allzu gern an alter Wirkungsstätte einen Coup gelandet. „Wir haben damit gerechnet, dass sie mit einer B-Elf spielen würden. Deshalb ist das besonders bitter“, so der Ex-Nationalspieler. Am nächsten Sonntag steht im Abstiegskampf das schwere Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf dem Plan.

sid

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