Klinsmann braucht endlich Tore und Siege

+

Miami - Jürgen Klinsmann steht als Nationaltrainer der USA vor seinen Länderspielen Nummer vier und fünf - und er hofft mehr denn je auf seinen ersten Sieg. Bei den Gegnern Honduras und Ekuador erscheint dies machbar.

Druck kennt Jürgen Klinsmann nicht. Und selbst wenn, würde er es nicht zugeben. Der ehemalige Bundestrainer hat den deutschen Fußball mit spektakulärem Fußball zurück in die Weltspitze geführt, als US-Nationaltrainer wartet der Wahl-Kalifornier nach drei Spielen noch auf einen Sieg.

Gegen Costa Rica und Belgien unterlagen die Amerikaner jeweils mit 0:1, beim Debüt gegen Mexiko gelang immerhin ein 1:1. Nun treffen die USA in der Nacht zum Sonntag in Miami auf Honduras, in der Nacht auf Mittwoch ist in Harrison im Bundesstaat New Jersey Ekuador der Gegner. Ein Sieg sollte zumindest in einem der Spiele machbar sein. Klinsmann ist natürlich optimistisch.

„Es sieht gut aus. Die Spieler beginnen, ihre Rollen zu verstehen. Wir müssen jetzt nur den nächsten Schritt machen und im Abschluss besser werden“, sagt Klinsmann. Es ist sein Hauptbestreben, nachdem vor allem die Partie Anfang September gegen Costa Rica Mängel im Torabschluss offenbart hatte. Damals hatte Klinsmann seiner Mannschaft ein „sehr gutes Spiel“ bescheinigt. Sie habe es nur „versäumt, zwei oder drei Dinger vorzulegen“.

Vielleicht auch deshalb erklärt es der ehemalige Weltklasse-Torjäger besonders ausführlich: „Wir müssen es ganz klar machen: Wir müssen den Ball ins Netz befördern und müssen den inneren Trieb entwickeln zu treffen.“ Und das bitteschön gegen Honduras und Ekuador: „Wir müssen in diesen beiden Spielen unbedingt treffen.“

Einer, der dies besonders gut kann, wird Klinsmann allerdings fehlen. Der ehemalige Bundesliga-Profi Landon Donovan, mit 46 Treffern Rekordtorschütze im US-Team, fällt mit einer Oberschenkelzerrung für beide Spiele aus. Für ihn nominierte Klinsmann Edson Buddle vom FC Ingolstadt nach. Dem 30-Jährigen gelangen in zehn Zweitligaspielen immerhin fünf Tore.

Neben Buddle und den Deutschland-Legionären Timothy Chandler (1. FC Nürnberg) und Steven Cherundolo (Hannover 96) nominierte Klinsmann zum ersten Mal auch Daniel Williams von 1899 Hoffenheim. Der 22 Jahre alte Mittelfeldakteur, der Ende August vom SC Freiburg in den Kraichgau gewechselt war, besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft und steht erstmals im Kader der USA.

„Danny hat enormes Potenzial“, sagt Klinsmann über den gebürtigen Karlsruher: „Ich möchte, dass er bei uns ein bisschen hereinschnuppert. Er hat eine große Perspektive.“ Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski habe ihm gesagt, dass „Danny bereit ist für diesen Schritt“.

Dass Williams zu seinem Debüt kommen wird, ist nicht unwahrscheinlich. Klinsmann möchte gegen Honduras und Ekuador experimentieren, um das perfekte Team für die WM-Qualifikationsspiele 2012 zu finden. „Wir werden mit der Mannschaft verschiedene Spielsysteme ausprobieren, um variabel zu sein“, sagte Klinsmann. Oberste Prämisse bleibt aber der (Tor)Erfolg.

sid

Kommentare