Khedira traurig wegen Skandal um Nacktfotos

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Sami Khedira und seine Freundin Lena Gercke.

Tunis - Die Nacktfotos mit seiner Freundin lösten in Tunesien einen Skandal aus. Fußball-Nationalspieler Sami Khedira bedauert es, dass deshalb tunesischen Journalisten festgenommen worden sind.

„Ich habe am Donnerstagabend von der Sache erfahren und finde es sehr, sehr traurig und schade, dass so etwas passiert ist“, kommentierte der Deutsch-Tunesier am Freitag laut dem Nachrichtenportal Welt online. „Wir leben im 21. Jahrhundert und ich denke, da sollte jeder Mensch das Recht auf Meinungsfreiheit haben.“

Die tunesischen Behörden hatten Mitte der Woche drei Mitarbeiter der arabischsprachigen Tageszeitung „Ettounissia“ festgenommen, weil sie ein freizügiges Fotos mit Khedira und Lena Gercke aus dem Männermagazin „GQ“ nachgedruckt hatte. Gegen den Herausgeber erging mittlerweile Haftbefehl, hieß es aus Justizkreisen in Tunis. Den Mitarbeitern des Blattes wird ein Verstoß gegen Sitte und Moral vorgeworfen.

Khedira und Lena Gercke: Sexy Liebes-Shooting für GQ

Sami Khedira und Lena Gercke: Sexy Liebes-Shooting für GQ

Das Delikt kann mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und einer Geldstrafe in Höhe von rund 600 Euro bestraft werden. „Ich respektiere die verschiedenen Religionen, die es gibt und auch den Glauben, den die Menschen haben. Aber ich kann nicht verstehen, dass sich Menschen nicht frei äußern dürfen“, zitierte Welt online den 24 Jahre alten Khedira.

Die Zeitung hatte das Foto nachgedruckt, weil Khedira in Tunesien ebenso bekannt ist wie in Deutschland. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid hat einen tunesischen Vater. Auf dem beanstandeten Foto der aktuellen deutschen „GQ“-Ausgabe steht Khedira in Anzug und weißem Hemd hinter seiner Freundin und bedeckt mit einem Arm ihre nackten Brüste. Das Topmodel und der Fußball-Profi hatten ihre Beziehung im vergangenen Sommer öffentlich gemacht.

Journalisten von „Ettounissia“ hatten am Donnerstag berichtet, dass sie seit dem Erscheinen des Khedira-Fotos Morddrohungen von mutmaßlichen Islamisten erhielten. Die Polizei ließ die Redaktion daraufhin mit Sonderkräften bewachen. Tunesien wird nach den Wahlen im Oktober 2011 von einer Koalition um die islamistischen Ennahda-Partei regiert. Sie war unter dem im Januar 2011 gestürzten Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali verboten.

dpa

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