Khedira, Kroos, Mustafi: Weltmeister-Trio in Spanien

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Zwei Weltmeister bei den Königlichen: Toni Kroos (r) und Sami Khedira spielen in dieser Saison gemeinsam bei Real Madrid. Foto: Kiko Huesca

Vigo - Sami Khedira trug im Training eine Mütze, Toni Kroos beim Pflichtsieg gegen Gibraltar als einziger Feldspieler Handschuhe. "Sieh' an", witzelte mancher Beobachter, "die Spanier sind den deutschen Herbst nicht mehr gewohnt".

Update vom 18. November: Das Warten hat ein Ende: Heute Abend begegnen sich Europameister Spanien und Weltmeister Deutschland in Vigo. Beide Teams werden nicht in Bestform auflaufen können. Hat die DFB-Elf trotzdem eine Chance? Die ARD überträgt den spannenden Klassiker live. Wir verraten Ihnen außerdem, welche Live-Stream- und TV-Angebote es für Deutschland gegen Spanien heute Abend geben wird.

Klischees dieser Art sind aber nicht notwendig. Die deutschen Nationalspieler von Real Madrid sind in der Primera Division tatsächlich bestens akklimatisiert - wie auch Newcomer Shkodran Mustafi als dritter Fußball-Weltmeister beim FC Valencia.

Khedira denkt trotz diverser Gerüchte im Sommer derzeit nicht an einen Abschied. Kroos hat sich im Eiltempo im Millionärsensemble der Königlichen behauptet und darf sich vor dem Testländerspiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag (20.45 Uhr) in der Wahlheimat sogar schon einen kessen Spruch erlauben. "Die sind im Moment ruhig in Spanien", berichtete Kroos von schweigsamen Real-Kollegen vor der Kraftprobe zwischen Weltmeister und Ex-Weltmeister.

Mit dem Titelgewinn von Rio haben sich Kroos und Khedira zusätzlich Respekt verschafft. Trainer Carlo Ancelotti scheint besonders vernarrt in den Ex-Münchner Kroos. Rund 30 Millionen Euro legte Real im Sommer hin, um den 24-Jährigen vom FC Bayern zu holen - und ließ kurz darauf Xabi Alonso nach München ziehen.

Hinter dem 300-Millionen-Euro Angriff um Cristiano Ronaldo, James Rodríguez und Gareth Bale verrichtet Kroos als Sechser exzellente Arbeit. "Er bedient wie ein Kellner und berührt den Ball wie ein Pianist", beschrieb die Zeitung "Marca" den Spielstil des gebürtigen Greifswalders. Selbstbewusst genug ist Kroos: "Nein, das überrascht mich nicht. Ich weiß ja, was ich spielen kann", antwortete er in der Süddeutschen Zeitung auf die Frage, ob sein Durchbruch beim Champions-League-Sieger unerwartet schnell gelang. In allen elf Liga-Spielen stand der Spielgestalter in der Startelf.

Für Khedira - im Gegensatz zu Kroos schon ein alter Madrileño - lief die Saison keinesfalls so berauschend. Vier Kurzeinsätze, mehr ließ ein Muskelbündelriss im Oberschenkel nicht zu. Überhaupt waren die letzten zwölf Monate ein Wellental. Der Kreuzbandriss im November 2013, das Comeback mit Champions-League-Sieg und dann nach dem WM-Triumph gleich im September die nächste langwierige Verletzung. 90 Minuten traut Löw dem Mittelfeldmann auch in Vigo eigentlich noch nicht wieder zu. Dafür könnte er in Abwesenheit von Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer erstmals als Kapitän die DFB-Auswahl auf das Feld führen.

Im Sommer wurde über einen Wechsel Khediras nach England spekuliert. Der 27-Jährige wollte bleiben. Bei Real würden auf ihn "viele schöne Herausforderungen warten", sagte er im "Kicker". Im kommenden Sommer läuft sein Fünfjahresvertrag aus. "Mein Berater ist weiterhin mit Real im Gespräch", sagte er zu einer möglichen Verlängerung.

Im Schatten von Kroos und Khedira steht noch der dritte deutsche Weltmeister in Spanien: Mustafi, der von Sampdoria Genua zum FC Valencia wechselte und nach auskurierter Oberschenkelverletzung dort schneller als erwartet einen Stammplatz erkämpfte. Sieben Pflichtspiele in Serie über die volle Distanz spielte Mustafi zuletzt und schoss sogar seine ersten drei Tore.

Der 22-Jährige freut sich auf die Partie in seiner neuen Wahlheimat. "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Spanien ist immer noch eine Top-Mannschaft in Europa. Für uns ist es ein schöner Abschluss", sagte Mustafi, der beim 4:0 gegen Gibraltar noch zu den wenigen Aktivposten gehört hatte. Durch den Ausfall von Jérôme Boateng haben sich die Chancen auf einen weiteren Startelfeinsatz des Verteidigers enorm verbessert. Mit Mütze oder Handschuhen wurde Mustafi übrigens beim Fußball bislang nicht gesehen.

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dpa

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