Ex-Herthaner sagt vor Gericht aus

Boateng: Rassismus auch in Deutschland

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Kevin-Prince Boateng spielt bei AC Mailand

Rom - Im Prozess um die rassistischen Beleidigungen gegen Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand hat der 26-Jährige vor Gericht ausgesagt. Auch in Deutschland sei er verspottet worden.

„Immer wenn ich den Ball bekam, gab es Schmährufe und Affenlaute gegen mich“, sagte der gebürtige Berliner nach Angaben italienischer Medien: „Ich glaube, ich wurde verspottet, weil ich dunkelhäutig bin. Dies ist auch in Deutschland geschehen. Es handelt sich offenbar um Rassismus.“

Boateng hatte am 3. Januar für den Abbruch des Testspiels gegen den Viertligisten Pro Patria aus der norditalienischen Stadt Busto Arsizio gesorgt. Fans der Gastgeber hatten ihn und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler mit Affenlauten beleidigt. Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten ihm, das Spiel wurde abgebrochen. Für seine Aktion hatte Boateng international viel Zuspruch erhalten. Insgesamt wird sechs Anhängern des lombardischen Klubs Aufhetzung zum Rassismus vorgeworfen.

Auch der Milan-Spieler Daniele Bonera und Trainer Massimiliano Allegri sagten vor Gericht aus. „Es war richtig, das Spiel abzubrechen. Es handelt sich um gravierende Vorfälle, die nicht vorkommen dürften“, sagte Allegri. Bonera bestätigte, dass Boateng immer wieder geschmäht wurde, als er den Ball erhielt: „Die dunkelhäutigen Spieler waren sehr verbittert.“

sid

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