Pezzoni: 1. FC Köln empfiehlt Strafanzeige

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Kevin Pezzoni.

Köln - Nach der Vertragsauflösung zwischen dem 1. FC Köln und seinem bedrohten Spieler Kevin Pezzoni will der Verein weitere Maßnahmen ergreifen. Der Clubs will die Täter ausfindig machen.

Nach den massiven und persönlichen Drohungen gegen Kevin Pezzoni durch Hooligans hat Fußball-Zweitligist 1. FC Köln seinem ehemaligen Spieler empfohlen, Strafanzeige zu stellen. „Über Kevin und seine Familie ist so viel hereingebrochen. Unser Anwalt und der Anwalt der Familie Pezzoni sind in Kontakt. Sie stimmen die Themen ab. Natürlich können wir eine Anzeige nur empfehlen“, sagte Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung, der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

„Wir sind ja auch sehr konsequent und hart gegen diese Facebook-Einträge, die gegen Kevin gerichtet waren, vorgegangen und haben die Polizei eingeschaltet. Da haben wir auch empfohlen, Anzeige zu erstatten. Aber weitere Anzeigen sind letztendlich eine Sache von Kevin und seiner Familie“, ergänzte Horstmann. Wegen der Vorfälle hatten sich Pezzoni und der FC auf eine kurzfristige Vertragsauflösung geeinigt.

Ob Pezzoni von den Kölnern eine Abfindung bekam, ließ Horstmann offen. Zu Vertragsinhalten und Formen der Aufhebung des Kontrakts wollte er sich öffentlich nicht äußern. Der Verein habe „im Sinne Kevins und für ihn eine Entscheidung gesucht“.

Horstmann bezeichnete es als „generelles Ziel, identifizierte Täter bestrafen zu können“. Bei allen Vorfällen, die den Verein in jüngerer Vergangenheit betrafen und bei denen Täter personalisiert und festgestellt werden konnten, sei der ehemalige Bundesligist mit allen Möglichkeiten vorgegangen. „Stadionverbot, Schadenersatz, Regressnahme für Strafen, die wir zahlen müssen“, nannte Horstmann als Beispiele.

Der FC will im Kampf gegen Fußball-Gewalt zudem seine Stadiontechnik aufwerten. Laut Horstmann ist geplant, noch bessere Kameras einzusetzen, um „noch schneller reagieren“ und Täter identifizieren zu können. Außerdem hat der Verein eine eigene Task Force und ein Projekt mit der Universität Hannover ins Leben gerufen. Das Thema Kampf gegen Gewalt im Fußball stehe in Köln „ganz oben auf der Tagesordnung“, sagte Horstmann.

Die Auswüchse durch sogenannte FC-Fans hätten sicherlich etwas mit der sportlichen Situation und auch mit dem Abstieg der Profimannschaft in die 2. Liga zu tun. „Da ist bei den Anhängern eine sehr große Frustration aufgekommen“, stellte Horstmann fest. Warum sich der Zorn so stark gegen Pezzoni richtete, konnte er auch nicht erklären. Horstmann: „Man muss aber auch vorsichtig sein, das als Kölner Phänomen zu sehen. Das Überschreiten von Grenzen findet leider auch andernorts statt.“

dpa

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