Kampfansage von Leno

"Wir fahren nicht als netter Gast nach München"

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Bernd Leno (Mitte) beim Spiel in Paris.

Paris - Bayer Leverkusen hat sich mit Anstand aus der Champions League verabschiedet und Selbstvertrauen für das Spiel bei Bayern München getankt. Bernd Leno zeigt sich kämpferisch.

Der Champagner blieb angesichts der Enttäuschungen in den vergangenen Wochen im Kühlschrank, ein Bier hatten sich die Profis von Bayer Leverkusen in der Nacht auf Donnerstag in Paris aber redlich verdient. Nach dem am Ende noch ehrenvollen Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League gegen Paris St. Germain um Superstar Zlatan Ibrahimovic sah man bei der Werkself auch mal wieder fröhliche Gesichter.

Das 1:2 (1:1) beim französischen Meister, der Bayer beim 4:0 im Hinspiel eine Lektion erteilt hatte, ließ die Zuversicht für das nicht minder schwierige Auswärtsspiel am Samstag bei Bayern München (18.30 Uhr/Sky) wachsen. „Wir fahren nicht nach München, um ein netter Gast zu sein. Wir haben Respekt, aber keine Angst vor den Bayern. Warum sollen wir dort nicht etwas holen?“, sagte Bayer-Torwart Bernd Leno, der die bis dato „beste Rückrunden-Leistung“ seiner Mannschaft konstatierte.

Und auch Trainer Sami Hyypiä, der die ansonsten übliche Teilnahme seiner Spieler am Bankett abgesagt und stattdessen vor dem Weiterflug nach München noch ein Training angesetzt hatte, gab sich für das Spiel des Tabellenführers gegen den 24 Punkte entfernten Tabellendritten optimistisch: „Wer gegen Paris mithalten kann, kann auch bei den Bayern bestehen. Wir nehmen sehr viel Positives aus diesem Spiel mit.“

Dass Leverkusen die bislang letzte Mannschaft ist, die den Champions-League-Sieger in einem Ligaspiel besiegt hat (2:1 am 28. Oktober 2012 in München), betonte explizit niemand. Dasselbe Mannschaftshotel und derselbe Trainingsplatz an der Isar sollen aber erneut Wunder bewirken.

Das Wunder vom Prinzenpark fiel wie erwartet aus, obwohl für die Gäste alles nach Plan begonnen hatte. Sidney Sam brachte den Werksklub überraschend in Führung (6.) gebracht und verleitete Hyypiä kurz, an einen 5:0-Sieg zu glauben, wie dieser schmunzelnd berichtete. Marquinhos (13.) und Ezequiel Lavezzi (53.) rückten anschließend aber die Verhältnisse wieder zurecht.

Zuvor hatte Bayer-Kapitän Simon Rolfes mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter, den PSG-Keeper Salvatore Sirigu (28.) parierte, die erneute Führung verpasst. Die Schlussphase musste Bayer in Unterzahl überstehen, nachdem Emre Can in der 68. Minute die Gelb-Rote Karte erhalten hatte - wegen einer Schwalbe in der eigenen Hälfte.

Dennoch herrschte am Ende Zufriedenheit beim Verlierer, der nach nach seiner Pleiten-, Pech- und Pannen-Serie in Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup trotz sieben Spielen in Folge ohne Sieg wieder Licht am Ende des Tunnels sieht. „Der Charaktertest ist gut ausgefallen. Wir haben nach den Tiefschlägen der letzten Wochen eine gute Antwort gegeben und wollen diesen Trend in München bestätigen“, sagte Rolfes, der mit seinen Kollegen auch die Chefetage wieder gnädig stimmte.

„Wir haben gesehen, dass die Mannschaft lebt. In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie man gegen eine Klassemannschaft spielen muss. Wir waren mutig. Das gibt uns Zuversicht für die Bayern, auch wenn das noch mal eine andere Klasse ist“, sagte Sportchef Rudi Völler, der ein positives Fazit der Champions-League-Saison zog: „Mit unseren Möglichkeiten ist es ein großer Erfolg, dass wir die Gruppenphase überstanden haben. Wir kommen mit unseren Möglichkeiten auch an natürliche Grenzen. Es gibt in Europa vier, fünf, sechs ganz große Vereine, da ist es für Bayer Leverkusen schwierig, eine Runde weiter zu kommen.“

Nur einer schaute in der sternenklaren Nacht missmutig drein, als er in den Mannschaftsbus stieg: Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling, der in diesem Jahr erst einmal getroffen hat, musste den kompletten Abend auf der Bank verbringen und zuschauen, wie sein Stellvertreter Erden Derdyiok seine Sache ordentlich machte. Dieses Schicksal droht Kießling auch in München.

sid

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