FCK siegt und steigt ab - Planungen laufen bereits

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Krassimir Balakov plant mit dem FCK den Wiederaufstieg.

Berlin - Gewonnen, aber trotzdem abgestiegen: Nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg bei Hertha BSC Berlin wirkten die Profis des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern ratlos.

Nur zögerlich kamen die Spieler zum gemeinsamen Abklatschen mit den Fans in die Kurve. Obwohl trotz des Erfolgs in der Hauptstadt der dritte Bundesliga-Abstieg nach 1996 und 2006 nicht mehr abzuwenden ist, feierten die Anhänger der Pfälzer ihre Mannschaft. „Wir haben überlegen müssen, was man macht, wenn man gewinnt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz und versuchte, die Zurückhaltung der Spieler mit einem Augenzwinkern zu erklären: „Aber ich bin glücklich, dass die Fans noch ein bisschen Spaß hatten. Es war ein Dankeschön auch für sie.“

Zuletzt hatte sich die Lauterer Profis schon an wüste Beschimpfungen der eigenen Fans gewöhnt. Die FCK-Anhänger hatten nach den zuletzt erfolglosen Auftritten ihrer Mannschaft ihrem Ärger immer wieder deutlich Luft gemacht. Die Planungen für die neue Saison in der 2. Bundesliga laufen auf dem Betzenberg indes bereits Hochtouren. Der direkte Wiederaufstieg muss für den viermaligen Meister das erklärte Ziel sein - auch wenn die Rahmenbedingungen dafür alles andere als optimal sind. „Der Lizenzspieleretat wird bei ungefähr zehn Millionen Euro liegen. Das heißt also, dass wieder alle Personalien greifen müssen und man das nötige Glück haben muss, damit der Aufstieg gelingt“, sagte Kuntz der Frankfurter Rundschau. „Wir gehen jetzt mit einem vergleichsweise mickrigen Etat von 16,5 Millionen in der ersten Liga runter. Uns fehlen einfach ein paar Jahre erste Liga, um Nachteile auf dem Transfermarkt auszugleichen. Es ist einfach nicht mehr drin“, sagte der 49-Jährige, der eine Analyse und einen personellen Schnitt nach der Saison ankündigte.

Doch auch Kuntz ist längst nicht mehr unumstritten. Aus dem Umfeld des Klubs wurden ihm in den vergangenen Wochen immer wieder Vetternwirtschaft und Management-Fehler vorgeworfen. Erstmals räumte der ehemalige deutsche Nationalstürmer und Europameister von 1996 nun selbst auch eigene Fehler ein: „Wir müssen wieder an eine höhere Trefferquote im sportlichen Bereich kommen. Es war ein Fehler, vor dem zweiten Erstligajahr keinen Sportdirektor einzustellen.“ In der zweiten Liga sei dies aus wirtschaftlichen Zwängen „schlicht nicht möglich“.

Am 9. Mai sollen bei FCK die Weichen für den Wiederaufstieg gestellt werden. Für diesen Termin hat der Aufsichtsrat eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, bei der auch Kuntz auf dem Prüfstand stehen dürfte. „Aufgeben gibt es bei mir nicht. Ich gehe kämpferisch da rein. Ich habe Fehler gemacht, für die stehe ich gerade. Ich werde mich aber auch gegen falsche Anschuldigungen zur Wehr setzen“, kündigte Kuntz an.

Der Erfolg an der Spree wirkte wie Balsam auf die Wunden der jüngeren Vergangenheit. Besonders die Spieler waren trotz des besiegelten Abstieges froh, die Negativserie von zuletzt 21 Spielen ohne Sieg beendet zu haben. „Man sieht dieses Ergebnis jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Dass wir abgestiegen sind, ist natürlich sehr traurig. Für uns war es wichtig, nach so langer Zeit endlich mal wieder einen Sieg einzufahren“, sagte Torschütze und Startelf-Debütant Andrew Wooten. Auch Trainer Krassimir Balakow dürfte nach dem ersten Erfolg seiner kurzen Amtszeit trotz des Abstiegs aufgeatmet haben. „Es war der erste Sieg für mich, das freut mich natürlich. Ich bin auf der einen Seite zufrieden, auf der anderen Seite aber natürlich auch sehr traurig über unseren Abstieg“, äußerte der Bulgare.

sid

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