FCK am Abgrund - Abstiegsangst in Berlin und Köln

Kaiserslautern - Triumph hier, Tristesse da: Borussia Dortmund will am drittletzten Spieltag der 49. Bundesliga-Saison den achten Titelgewinn perfekt machen, der 1. FC Kaiserslautern steht dagegen am Fußball-Abgrund.

 Schon bei einem Remis beim Tabellenvorletzten Hertha BSC wäre der dritte Abstieg der Pfälzer nach 1996 und 2006 besiegelt. Um am Saisonende zumindest noch den Relegationsplatz zu erreichen, ist auch für die Berliner ein Sieg Pflicht. Dies gilt gleichermaßen für den Tabellen-16. 1. FC Köln, bei dem vor der Partie gegen den VfB Stuttgart ein interner Machtkampf tobt.

„Wir wollen uns mit Anstand aus der Bundesliga verabschieden und noch einmal zeigen, dass wir in Berlin die bessere Mannschaft sind“, verlangte Lautern-Abwehrspieler Matthias Abel. Nach 21 Partien ohne Sieg - nur Tasmania 1900 Berlin hatte eine längere Negativserie (31 Spiele) in der Liga-Geschichte - ist die Aussicht auf einen „Dreier“ denkbar gering. FCK-Coach Krassimir Balakow sieht die ausstehenden drei Partien ohnehin schon mit Blick auf die 2. Liga: „Das sind Tests für die Spieler, und von denen erwarte ich eine kämpferische Körpersprache und fordere unbedingten Willen ein.“

Rehhagel ohne Rücksicht

Für den ehemaligen Lauterer Spieler und Meistertrainer Otto Rehhagel zählen als Chefcoach von Hertha nur der sportliche Existenzkampf und nicht Erinnerungen an schöne Zeiten auf dem Betzenberg. „Es ist das wichtigste Spiel überhaupt“, betonte der 73-Jährige. Schließlich müssen die Berliner danach zum FC Schalke 04 und erwarten zum Abschluss noch 1899 Hoffenheim mit dem früheren Hertha-Trainer Markus Babbel. Deshalb fordert Berlins Defensivmann Peter Niemeyer, an die Leistung beim 3:3 in Leverkusen anzuknüpfen: „Dann werden wir alle mitreißen.“ Unterschätzen dürfe man die angezählten Pfälzer nicht. „Die sind wie ein angeschlagener Boxer. Und der ist immer gefährlich.“

Fünf Punkte trennen die „alte Dame“ vom FC Augsburg auf Platz 15. „Wir haben es selbst in der Hand, den Klassenverbleib zu schaffen, und wenn wir unsere Spiele positiv gestalten, können die anderen machen, was sie wollen“, stellte Augsburgs Profi Jan-Ingwer Callsen-Bracker vor dem Duell mit dem FC Schalke 04 fest.

Allerdings müssen er und seine Kollegen noch in Mönchengladbach und gegen den Hamburger SV antreten, der nur einen Punkt mehr hat und als Tabellen-14. keineswegs gerettet ist. Mit einem Sieg beim Tabellenelften 1. FC Nürnberg hätten die Hanseaten das rettende Ufer wohl so gut wie erreicht. „Jeder weiß, dass wir noch ganz unten drin sind“, warnte HSV-Trainer Thorsten Fink.

Auch der FSV Mainz 05 und der SC Freiburg (Plätze 12 und 13) sind im Kampf um den Klassenverbleib rechnerisch noch nicht ganz auf der sicheren Seite. Vom Relegationsrang trennen beide Vereine acht beziehungsweise sieben Zähler.

Hochspannung herrscht auch im Kampf um den Einzug in die Europa League. Nur vier Punkte liegen zwischen dem Sechsten, Bayer Leverkusen (45), und dem Neunten, 1899 Hoffenheim (41), die am Samstag aufeinandertreffen. „Wir haben es in der eigenen Hand“, meinte Bayer-Teamchef Sami Hyypiä. Das gilt auch für den VfB Stuttgart (5. Platz/49 Punkte), der sich mit einem Sieg beim 1. FC Köln sicher für den Europacup qualifizieren würde. Mitten im Existenzkampf sorgt das Gerangel um die Führung des Domstadt-Clubs für Unruhe. Am Montag soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über einen Nachfolger von Wolfgang Overath als Präsident entschieden werden.

Werder Bremen (42 Punkte) als Achter könnte mit einem Erfolg über Bayern München den BVB zum Meister küren, noch bevor der Titelverteidiger im Samstag-Abendspiel gegen Borussia Mönchengladbach antritt. Dass die Bayern mit Blick auf das Champions-League-Rückspiel am kommenden Mittwoch bei Real Madrid mit einer Reserveelf antreten und das Spiel herschenken, glaubt Werder-Coach Thomas Schaaf nicht: „Es ist egal, ob Bayern mit einer B-, C- oder Y-Mannschaft kommt. Uns wird eine starke Mannschaft gegenüberstehen.“

dpa

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