Juventus drei Monate ohne Trainer Conte?

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Antonio Conte.

Turin - Juventus Turins Trainer Antonio Conte will sich im Wettskandal-Prozess des italienischen Fußballverbands (FIGC) voraussichtlich auf einen Vergleich einigen.

Italienischen Medienberichten zufolge will er in der an diesem Mittwoch beginnenden Verhandlung in Rom eine Sperre von drei Monaten und eine Geldstrafe in Höhe von 200 000 Euro akzeptieren. Die Medien nannten keine Quellen, Beobachter gehen jedoch von diesem Schritt Contes aus.

FIGC-Chefankläger Stefano Palazzo wirft dem 43-Jährigen die Nichtanzeige von zwei mutmaßlichen Spielmanipulationen in der Saison 2010/2011 bei seinem damaligen Club AC Siena vor. Der Coach soll von Ergebnisabsprachen in den Partien gegen Novara und Albinoleffe gewusst haben. Er bestreitet den Vorwurf.

Wegen der möglichen dreimonatigen Sperre würde Conte beim italienischen Fußballmeister erst ab November wieder auf der Trainerbank Platz nehmen. Bis dahin würde er 14 Spiele verpassen. Conte soll in diesem Fall aller Voraussicht nach von Juves Nachwuchscoach Marco Baroni vertreten werden. Bei einem Schuldspruch würde dem ehemaligen Siena-Coach eine Sperre von mindestens sechs Monaten drohen.

Ob auch Juves Nationalspieler Leonardo Bonucci einen Vergleich anstrebt, ist offen. Dem Vize-Europameister droht eine Sperre von mindestens drei Jahren, weil er während seiner Zeit in Bari an einer Ergebnisabsprache in einem Spiel gegen Udine beteiligt gewesen sein soll. Mit einem Vergleich könnte Bonucci italienischen Medienberichten zufolge die Sperre auf 14 Monate reduzieren. Dafür müsste er jedoch eine Spielmanipulationen gestehen, die der 25-Jährige bislang vehement bestreitet.

Neben Bonucci und Conte müssen sich ab Mittwoch 44 Spieler, Trainer und Club-Funktionäre sowie 13 Clubs vor dem Sportgericht verantworten. Unter den Vereinen sind auch die Erstligisten AC Siena, Udinese Calcio, AC Turin und FC Bologna. Die Anklagen basieren auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Cremona. Den Verdächtigten drohen nach der Verhandlung vor dem Sportgericht auch noch Zivilprozesse.

dpa

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