Juve-Coach Conte bleibt für zehn Monate gesperrt

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Antonio Conte

Rom - Antonio Conte hatte Freispruch gefordert, das Gericht verdonnerte ihn jedoch zur Zwangs-Freizeit. Die erneute Verurteilung zu einer Sperre von zehn Monaten frustriert den Juve-Coach und bringt die Turiner in Bedrängnis.

Der italienische Fußballmeister Juventus Turin muss die gesamte Saison auf Trainer Antonio Conte verzichten. Der 44-Jährige bleibt wegen einer nicht angezeigten Ergebnisabsprache in der Saison 2010/2011 bei seinem Ex-Club AC Siena für zehn Monate gesperrt. Das Bundesgericht des italienischen Fußballverbands (FIGC) bestätigte am Mittwoch als zweite Instanz im Wettprozess das Strafmaß der FIGC-Disziplinarkommission.

Conte hatte einen Freispruch gefordert. Er bestreitet das Vergehen und ruft in nächster Instanz das Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (TNAS) an. Dieses tritt frühestens in drei Wochen zusammen. Seine Anwälte hoffen dann zumindest auf eine Reduzierung der Strafe, zumal das Verbandsgericht Contes Schuld in einem Anklagepunkt als nicht erwiesen ansah. Bei der Partie seines damaligen Clubs bei Albinoleffe hat Conte nach Überzeugung der Verbandsrichter jedoch von einer Ergebnisabsprache gewusst.

Auch sein damaliger Co-Trainer Angelo Alessio wurde wegen nicht angezeigter Ergebnismanipulationen erneut verurteilt. Seine Sperre wurde jedoch von acht auf sechs Monate reduziert. Solange das Trainergespann ausfällt, sitzt Jugendcoach Massimo Carrera auf der Juve-Bank. Er vertrat Conte und Alessio auch schon bei den Siegen im Supercup gegen den SSC Neapel und im Luigi-Berlusconi-Pokal gegen den AC Mailand.

Während die juristische Aufarbeitung der Wettaffäre für Conte und Alessio weitergeht, ist sie für die Juve-Spieler Leonardo Bonucci und Simone Pepe beendet. Sie wurden auch in zweiter Instanz vom Verdacht der Spielmanipulation freigesprochen. Das Gericht hielt den Kronzeugen Andrea Masiello offenbar für unglaubwürdig. Der gesperrte Profi hatte den früheren Bari-Verteidiger Bonucci und den ehemaligen Udinese-Spieler Pepe bezichtigt, bei einem Duell ihrer einstigen Clubs an einer Ergebnisabsprache beteiligt gewesen zu sein. FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi hatte für Bonucci eine Sperre von dreieinhalb Jahren und für Pepe eine Sperre von einem Jahr gefordert.

Mit einer Enttäuschung endete die Berufungsverhandlung für Emanuele Pesoli, der aus Protest gegen seine dreijährige Sperre vor dem FIGC-Gebäude in Rom einige Tage lang in den Hungerstreik getreten war. Das Gericht bestätigte die Sperre für den ehemaligen Siena-Spieler, der direkt an Ergebnisabsprachen beteiligt gewesen sein soll.

Auch der Einspruch von US Lecce gegen seinen Zwangsabstieg aus der zweiten Liga wurde abgelehnt. Dagegen wurde US Grosseto in zweiter Instanz freigesprochen. Der Verweis aus der Serie B wurde aufgehoben, so dass der Toskana-Club nun doch in der zweithöchsten Spielklasse starten darf.

dpa

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