Alaba: "Er hat Rührung verdrückt"

"Jupp, Jupp, Jupp": Spieler singen für Heynckes

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Jupp Heynckes

München - Die Stars des FC Bayern haben am Donnerstag für Jupp Heynckes eim Geburtstagsständchen gesungen. Seine Rührung konnte der Trainer gut verbergen, meint David Alaba.

Auch am 68. Geburtstag stand Jupp Heynckes pflichtbewusst auf dem Fußballplatz. Aufmerksam überwachte der älteste Meistertrainer in 50 Jahren Bundesliga mit Käppie und in kurzen Hosen die Übungen seiner Profis. Im Anschluss ließen diese ihren Chef in der Kabine mit einem „Happy Birthday“-Ständchen und lauten „Jupp, Jupp, Jupp“-Rufen hochleben, dazu gab's eine Torte.

„Ich denke, er war schon gerührt, aber er hat es sehr gut verdrückt“, berichtete der junge Österreicher David Alaba über die kleine interne Feier. Die Torte soll auch nur ein Vorgeschmack auf die großen Präsente gewesen sein, die das von Kapitän Philipp Lahm angeführte Team seinem Coach zum Abschied am Saisonende machen möchte. „Champions League und Pokal - das wären die besten Geschenke für ihn“, erklärte Mario Mandzukic am Donnerstag. Der Kroate versprach vor den Endspielen am 25. Mai in London gegen Borussia Dortmund und eine Woche später in Berlin gegen den VfB Stuttgart stellvertretend für seine Kollegen: „Wir werden bereit sein!“

Heynckes berichtete im Vereins-TV von „unzähligen Anrufen, SMS und E-Mails“, die er zum Geburtstag erhalten habe: „Es ist immer schade, dass man nicht mit allen Freunden und Bekannten reden kann. Das bringt so ein Arbeitstag mit sich.“ Mit seiner Frau Iris wollte er zur Feier des Tages am Abend „ein Gläschen Wein trinken“.

Nicht nur am Geburtstag hatte Heynckes beim Feiern „eine Bremse im Kopf“. So werde es für ihn und seine Spieler auch am Samstag nach dem Augsburg-Spiel sein, wenn es mit der Meisterschale im Autokorso zum Münchner Rathaus-Balkon geht. „Es ist schade, dass wir nicht losgelöst feiern können. Wir haben noch zwei riesige Aufgaben vor uns, unser Weg ist noch nicht zu Ende gegangen. Es ist zwar eine Meisterschaftsfeier, aber eine gebremste“, sagte Heynckes. Für ihn ist es die dritte Meisterfeier mit den Bayern nach 1989 und 1990.

Im Hinterkopf steckt bei allem, was die Bayern in diesen Tagen tun, Wembley, das echte in London und das deutsche in Berlin. „Das kann eine historische Saison werden“, betonte Heynckes voller Vorfreude auf den Endspurt, auch seinen ganz persönlichen vor dem erwarteten Karriereende als Trainer. Erklären will er sich zu seiner Zukunft aber erst nach den Finalpartien. „Vorher werde ich mich nur um den FC Bayern kümmern, mich intensiv auf die Spiele vorbereiten.“

Heynckes hat in den Final-Modus umgeschaltet. Jedes Training und auch die letzten zwei Ligaspiele gegen Augsburg und eine Woche darauf bei seiner alten Liebe Borussia Mönchengladbach sind ausgerichtet auf das Spiel der Spiele um Europas Krone gegen den BVB.

„Wir haben den Hunger, den Ehrgeiz und die Motivation, die Saison zu krönen“, verkündete der Coach. Die Bayern geben sich siegessicher nach zwei noch frischen Final-Niederlagen in den vergangenen Jahren. „Wir haben unsere Lektion gelernt, in Madrid 2010, in München 2012. Unsere Mannschaft wird die Champions League in 14 Tagen gewinnen“, schreibt Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge im Stadion-Magazin zum letzten Saison-Heimspiel gegen Augsburg.

Eine Ode stimmt Rummenigge in dem Vorwort auf Heynckes an, der am Samstag letztmals in der Allianz Arena auf der Münchner Trainerbank sitzen wird. „Jupp Heynckes hat einen völlig anderen Charakter, als es in der heutigen Fußballwelt die Norm ist. Er ist angenehm, höflich, bescheiden, ein wunderbarer Mensch und ein fantastischer Trainer. Er hat genau die richtige Ansprache für unsere zwei Dutzend Superstars gefunden - eine absolute Meisterleistung!“

Nach der Verpflichtung von Pep Guardiola zu Jahresbeginn habe Heynckes „die Dinge mit noch mehr Akribie vorangetrieben“, lobte Rummenigge. Und in Anspielung auf José Mourinho, den selbstverliebten Trainer von Real Madrid, resümiert der Bayern-Chef: „Ich weiß, es gibt einen anderen Trainer, der sich auf diesen Titel beruft - aber für uns in München ist und bleibt Jupp Heynckes der Einzige, der wahre 'The Special One'.“

dpa

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