BVB-Trainer im Interview

Klopp zeigt Verständnis für Götze

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Jürgen Klopp bläst die Backen auf

Dortmund - BVB-Trainer Jürgen Klopp ist über den Zeitpunkt des Bekanntwerdens des spektakulären Wechsels von Mario Götze zum FC Bayern nicht gerade erfreut, zeigt aber Verständnis.

„Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist nicht günstig“, sagte Jürgen Klopp auf einer Pressekonferenz einen Tag vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid. „Wer immer es gewollt hat, dass unsere Vorbereitung gestört wird, wird keinen Erfolg haben“, fügte er hinzu.

Allerdings hat der Trainer generell Verständnis, dass der 20-jährige Ausnahmefußballer Götze eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag nutzt. „Wir haben auch vor einem Jahr Marco Reus von Borussia Mönchengladbach für eine festgelegte Ablösesumme geholt. Er hat danach auch noch gute Spiele für Gladbach gemacht“, meinte Klopp. „Wenn wir damit gut umgehen, wird uns Mario helfen, unsere Ziele zu erreichen.“ Der Weggang von Götze sei enttäuschend. „Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft beim Heilen auf jeden Fall“, sagte der BVB-Coach.

Klopp im Interview:

Wann haben Sie von dem Wechsel erfahren?

Klopp: Ich weiß es seit Donnerstag nach dem Malaga-Spiel. Dass es in die Presse kommt, wusste ich seit gestern um 22.00 Uhr. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft beim Heilen.

Welche Gründe hat Götze?

Klopp: Er hat sich nicht gegen seine Mitspieler oder den Klub entschieden, sondern für Pep Guardiola. Er möchte die Chance nutzen und mit diesem außergewöhnlichen Trainer zusammenarbeiten. Ich kann mich ja nicht 15 Zentimeter kleiner machen und Spanisch lernen. Ich hätte gerne weitergemacht mit ihm.

Sind Sie verärgert?

Klopp: Es ist ein Wechsel, der möglich war. Wir hätten ihn gerne behalten. Ohne die Ausstiegsklausel hätte Mario bei uns nicht verlängert. Jetzt ist es raus, jetzt können wir Fußball spielen. Jetzt ist die Frage: Wie gehen wir mit derartigen Einschlägen um. Wir sind aufgerufen zu zeigen, dass Borussia Dortmund über allem steht.

Wird das Thema die Leistung Ihrer Mannschaft gegen Real beeinflussen?

Klopp: Für uns ist das eine ganz klare Jetzt-erst-recht-Situation. Wir wollen dafür sorgen, dass wer immer auch wollte, wir nicht gestört werden in der Vorbereitung auf dieses Spiel, keinen Erfolg hat.

Erwarten Sie Pfiffe gegen Götze?

Klopp: Ich hoffe, dass auch die Fans die Zeit bis morgen nutzen, das alles richtig einzuordnen. Die Chance ist viel zu groß, als dass wir uns mit Unmutsäußerungen aufhalten sollen. Wer vergessen hat, wie viel Herzblut von allen Beteiligten uns in dieses Halbfinale gebracht hat, der sollte morgen nicht kommen. Lasst uns einen speziellen Abend daraus machen, einen BVB-Abend und gegen Real Madrid gewinnen.

dpa / sid

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