Jogis Jungs fegen die Holländer vom Feld

+
Miroslav Klose jubelt über seinen Treffer zum 2:0 gegen Holland.

Hamburg - Das EM-Jahr kann kommen: Mit einem klaren Sieg gegen Holland haben Deutschlands Spaßfußballer ihren Titelanspruch bei der Europameisterschaft untermauert und die Lust auf den Sommer 2012 verstärkt

Fußball-Feuerwerk zum Jahresabschluss: Angeführt vom magischen Dreieck Miroslav Klose, Mesut Özil und Thomas Müller feierte die deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem eindrucksvollen Prestigesieg gegen den Erzrivalen Niederlande einen traumhaften Jahresabschluss.

Mit einer Gala beim 3:0 (2:0) gegen den Vize-Weltmeister bescherte die DFB-Auswahl zugleich Joachim Löw in dessen 75. Spiel als Bundestrainer ein glanzvolles Jubiläum und untermauerte ihre Favoritenrolle für die EM im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine.

Tore der überragenden Müller (15.), Klose (26.) und Özil (66.) besiegelten zugleich den ersten Sieg über den Erzrivalen seit 1996 und den höchsten seit dem 7:0 vor 52 Jahren. Damit beendete die Löw-Elf ein erfolgreiches Jahr 2011 mit nur einer Niederlage (1:2 gegen Australien) und dem Abschluss der historischen EM-Qualifikation mit insgesamt zehn Siegen in zehn Spielen - 51.500 Zuschauer in Hamburg waren begeistert.

Deutschland putzt Holland: Die Bilder des DFB-Siegs

Deutschland putzt Holland: Die Bilder des DFB-Siegs

„Der ganzen Mannschaft hat das Spiel heute viel Spaß gemacht. Wir wollten unbedingt gewinnen. Die Niederländer hatten keine Chance. Wir haben gezeigt, dass diese junge Mannschaft viel Potenzial hat und um den EM-Titel mitspielen kann“, sagte Özil und Müller ergänzte: „Wir haben von Anfang an viel richtig gemacht und sofort ein Tor erzielt, danach haben wir gespielt wie aus einem Guss.“

Im Gegensatz zum 3:3 am vergangenen Freitag in der Ukraine, hatte Löw im Duell mit dem Erzrivalen auf große Experimente verzichtet und somit auch auf die Variante mit zwei Stürmern. Der von einer Knieverletzung genesene Klose, den nach seinem 63. Länderspieltor nur noch fünf Treffer vom Rekord von „Bomber“ Gerd Müller (68 Tore) trennen, hatte in der Startformation den Vorzug vor Mario Gomez erhalten.

Was die Bundestrainer seit 1964 verdient haben

Was die Bundestrainer seit 1964 verdient haben

In der Defensive kehrte Löw nach dem Test in der Ukraine mit drei Abwehrspielern wieder zur Vierer-Kette vor Torhüter Manuel Neuer zurück. In der Innenverteidigung agierte zunächst Per Mertesacker vom FC Arsenal neben Holger Badstuber vom Bundesliga-Tabellenführer Bayern München. Sechsmal spielte das Duo bereits zusammen und war bisher ohne Gegentor geblieben. In der Halbzeitpause wurde Badstuber durch den Dortmunder Mats Hummels ersetzt.

Mertesacker leistete jedoch mit einem anfängerhaften Fehler Schützenhilfe bei der ersten große Chance für die Elftal, doch der Schuss des Schalkers Klaas-Jan Huntelaar aus allzu spitzem Winkel verfehlte das Tor von Neuer, der wie Thomas Müller sein 25. Länderspiel bestritt. Für den ersten Warnschuss der Begegnung zwischen dem Weltranglisten-Dritten und -Zweiten hatte Italien-Legionär Klose von Lazio Rom bereits nach 60 Sekunden gesorgt.

Dass es sich nicht um ein normales Länderspiel handelte, war in fast jedem Zweikampf zu merken. Mitunter wurde mit Haken und Ösen gekämpft, der Spielaufbau der Gastgeber oft mit Fouls im Mittelfeld gestoppt. Keine Chance dazu bot sich den Niederlandern nach einer Viertelstunde bei einem schulmäßigen Angriff der DFB-Elf über nur drei Stationen: Nach einem langen Pass des erneut starken Toni Kroos legte Klose volley auf Müller ab, der ohne Mühe sein zehntes Länderspieltor markierte.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Antwort der Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk ließ auf sich warten, denn die Löw-Elf setzte nach und versuchte mit schnellem Spiel Lücken in die Defensive der Niederländer zu reißen. Mit Erfolg, denn nach einer gefühlvollen Flanke von Mesut Özil ließ Klose Gäste-Keeper Maarten Stekelenburg mit einem platzierten Kopfball nicht den Hauch einer Chance.

Die beiden Tore waren Ausdruck der Ratlosigkeit der Holländer, die ohne Robin van Persie, Arjen Robben und Rafael van der Vaart antreten mussten und eigentlich Wiedergutmachung für die schwache Vorstellung beim 0:0 am vergangenen Freitag gegen die Schweiz angekündigt hatten. Mit gellenden Pfiffen hatten die Oranje-Fans ihre Mannschaft in Amsterdam verabschiedet, Pfiffe gab es für das Team um Kapitän Mark van Bommel auch zur Halbzeit in Hamburg.

Auch nach dem Wechsel warteten die mitgereisten Niederländer vergeblich auf eine Reaktion ihrer Mannschaft, stattdessen präsentierte sich das deutsche Team voller Spielfreude und stellte die Gäste mit ihrem schnellen Flügelspiel immer wieder vor arge Probleme. Als logische Folge sorgte Özil nach einer eneut sehenswerten Kombination mit Müller und Klose mit Tor Nummer drei für die Vorentscheidung.

sid

Kommentare