Jetzt ist es offiziell: Schlaudraff bleibt bei '96

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Jan Schlaudraff

Hannover - Jan Schlaudraff wird über das Saisonende hinaus das Trikot des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 tragen.

Nur die Schlusspointe hat Jan Schlaudraff verpasst. Hannovers Kunstschütze durfte sich über das “Tor des Monats“ freuen, seine Vertragsverlängerung bis 2015 wurde kurze Zeit später veröffentlicht - aber die Krönung in Form eines Treffers blieb ihm gegen Bayer Leverkusen versagt. Bei der besten Chance eines Nullsummen-Spiels, das ansonsten bald vergessen sein dürfte, patzte der Angreifer.

Die 96-er Fans waren dennoch froh. Sie wissen trotz des Scheiters an Bayer-Keeper Bernd Leno in der 15. Minute um Schlaudraffs Wert und um die Bedeutung der vorzeitigen Vertragsverlängerung um drei Jahre. Der 28-Jährige Bundesligaspieler steht für das Besondere bei Hannover 96. Wie er bei seinem “Tor des Monats November“, diesem herrlichen Volleyhammer zum rettenden 1:1 gegen den Hamburger SV, eindrucksvoll demonstriert hatte.

Dass das Besondere und das Außergewöhnliche beim kämpferisch überzeugenden 0:0 gegen Leverkusen fehlte, störte in Hannover kaum einen. “Wir sind glücklich, dass es geklappt hat“, sagte Trainer Mirko Slomka. Manager Jörg Schmadtke erklärte die Vertragsverlängerung als “gutes Signal zum richtigen Zeitpunkt“. Hannover will die Mannschaft zusammenhalten, die den Verein mit der besten Bundesligaplatzierung der Vereinsgeschichte in den Europapokal geschossen hat. Schmadtkes nächste Großprojekte sind die Vertragsgespräche mit Christian Pander und dem gegen Bayer beeindruckend spielenden Manuel Schmiedebach.

Schlaudraff steht gewissermaßen symbolisch für den Wandel von Hannover 96. Vor zwei Jahren hätte niemand damit gerechnet, dass der als schwierig geltende Stürmer länger bei 96 bleibt. Clubchef Martin Kind verkündete noch zu Beginn der vorherigen Saison, dass Schlaudraff nie wieder für 96 spielen werde - und verlängerte nun den Kontrakt.

Es freue ihn “unheimlich, dass er sich hier durchgebissen hat, auch in der harten Zeit“, sagte Slomka. Und Schlaudraff gab zu, “dass meine Art nicht immer ganz einfach ist“ und sprach von “vielen Höhen und Tiefen, die ich hier erlebt habe“. Der Samstag zählte für ihn trotz des verpassten Sieges eher zu den Höhepunkten - auch wenn gegen die schwachen Leverkusener mehr möglich gewesen wäre. “Ein Punkt ist zu wenig“, kommentierte Schlaudraff und unterstrich mit dieser Aussage die gestiegenen Ansprüche.

Obwohl Hannover im sechsten Punktspiel hintereinander ohne Sieg blieb, war eine klare Leistungssteigerung zu erkennen. 96 war gegen die spielerisch enttäuschenden Leverkusener die klar bessere, die dominantere Mannschaft. “Jeder hat so seine halben Chancen gehabt“, fasste Bayer-Sportdirektor Rudi Völler ungewollt spöttisch zusammen. “Hannover ist keine Laufkundschaft mehr“, lobte Völler. Und daran hat auch Schlaudraff einen großen Anteil.

SID

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