Ein Jahr nach Fenstersturz: So geht es Fenin

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Martin Fenin

Cottbus - Ein Jahr nach seinem Fenstersturz hat Cottbus-Profi Martin Fenin einen tiefen Einblick in sein Seelenleben gegeben.

 „Ich habe viel gelernt in diesem Jahr und sehe alles nicht mehr so dramatisch wie damals. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt eine Freundin habe“, sagte der Stürmer des Zweitligisten Energie Cottbus im Interview mit dem Fachmagazin kicker. Er spreche zwar noch hin und wieder mit seinem tschechischen Psychologen, aber „momentan habe ich das Gefühl, keine Hilfe zu benötigen“, sagte Fenin: „Jetzt fühle ich mich stärker als damals.“

Der 14-malige Nationalspieler Tschechiens war am 15. Oktober 2011 nach einem Sturz aus einem Hotelfenster mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Anschließend hatte er bekannt gegeben, an Depressionsschüben zu leiden. Zudem hatte er eine „vorübergehende Flucht in Medikamente und Suchtmittel“ öffentlich eingestanden. Nach dem Unfall hatte sich Fenin in psychologische Behandlung und begeben und sich einer neurologischen Physiotherapie unterzogen.

Der frühere Eintracht-Profi verriet zudem, dass auch sein Heimweh nach Frankfurt ein Grund für den damaligen Unfall gewesen sein könnte. „Ich saß in meinem zwei Quadratmeter großen Hotelzimmer in Cottbus, ohne Freunde, und war nicht in der Lage, klar zu denken. Ich hatte nur Scheiße im Kopf und verzweifelte an mir selbst“, sagte der 25-Jährige.

Sportlich konnte Fenin seit seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining noch nicht an seine Topform anknüpfen, in dieser Saison kam er erst auf zwei Ligaspiele. Deshalb denkt der Angreifer trotz eines Vertrags bei den Lausitzern bis 2014 über einen Wechsel nach Tschechien nach: „Die Chance, wieder das Niveau vor dem Fenstersturz zu erreichen, ist am ehesten in meiner Heimat gegeben. Dort sieht man mich in erster Linie als Fußballer. Und nicht als Problemfall.“

sid

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