"Ein klares Signal"

Italienische Medien warnen Juve vor Bayern

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"Ein klares Signal", schreibt die "Gazzetta dello Sport" über das 9:2 der Bayern

München - Juventus Turin und der FC Malaga sind für die Champions-League-Duelle mit Bayern München beziehungsweise Borussia Dortmund gerüstet. Doch in Italien gibt es viel Respekt vorm Bundesliga-Rekordmeister.

Die Meisterschaft vor Augen und keine Angst vor Bayern München: Juventus Turin geht nach einem 2:1-Sieg bei Inter Mailand gestärkt in das Duell der Rekordmeister im Viertelfinale der Champions League. Und auch der FC Malaga, Gegner von Borussia Dortmund, macht sich nach einem 3:1 bei Rayo Vallecano und dem Ende einer vier Spiele andauernden Negativserie Hoffnungen auf das Weiterkommen in der Königsklasse.

Turin, das in der Serie A unaufhaltsam dem 31. Scudetto entgegenstrebt, ist heiß auf die Bayern. „Wir fahren mit einem Lächeln und ohne Angst nach Deutschland“, sagte Coach Antonio Conte und forderte zugleich: „Jetzt müssen wir auch in Europa zeigen, dass wir zu Großem fähig sind.“ Alessandro Matri, der in der 60. Minute das entscheidende Tor erzielt hatte, meinte: „Der Sieg gibt uns viel Mut, wir wollen ein großes Spiel abliefern.“

Italiens Medien warnen die „alte Dame“ aber vor den Bayern, die mit ihrem 9:2 gegen den HSV Eindruck hinterlassen haben. „Bayern schickt ein klares Signal an Juventus“, schrieb die Gazzetta dello Sport. Gleichwohl könne Juve in München am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) auf ein „perfektes Stürmerpaar“ setzen. Denn nicht nur Matri traf gegen Inter, sondern auch sein Partner Fabio Quagliarella (3.), der zudem die Vorlage zum 2:1 lieferte. Und dahinter lauert noch Nicolas Anelka.

Tuttosport attestiert den Lombarden daher „gute Chancen in Europa“. Quagliarella sieht seine Elf „auf Bayern gut vorbereitet. Das Finale in der Champions League in unser Traum“, sagte der Nationalspieler forsch. Wohl nicht ohne Grund, zumal Altstar Andrea Pirlo gerade wieder glänzt. „Die Natürlichkeit seines Fußballs ist unglaublich, es ist einmalig, wie er mit dem Ball umgeht“, schrieb der Corriero dello Sport. Auch Inter hatte dem Zauber Pirlos wenig entgegenzusetzen.

„Juve Power“, schrieb die Gazzetta dello Sport am Ostersonntag voller Bewunderung für Juve in fetten Lettern auf ihre Titelseite. „Wir fahren nach München, um unseren großen Traum am Leben zu halten und unseren Mut in der europäischen Arena zu testen. Und wir werden das mit einem Lächeln und ohne Angst machen“, kündigte Conte an. „Wir wollen sehen, wie weit wir von den Besten Europas entfernt sind.“

Insgesamt brillierte Turin im San Siro nur phasenweise. Doch wie die Gazzetta urteilte, sei Juve in den entscheidenden Momenten dagewesen. Damit werden auch die Bayern rechnen. Und die wenigen Fehler wie vor Rodrigo Palacios (54.) Ausgleich, sollten sie nutzen. Die Führung der Bianconeri in der Seria A beträgt nun weiter neun Punkte vor dem SSC Neapel.

Grund zur Freude hatte auch Miroslav Klose: Nach 54 Tagen Verletzungspause gab der deutsche Nationalstürmer sein Comeback bei Lazio Rom. Kaum war der 34-Jährige auf dem Platz, kehrte der Erfolg zurück. Nach seinem überstandenen Bänderriss im rechten Knie wechselte ihn Trainer Vladimir Petkovic im heimischen Olympiastadion beim 0:1-Zwischenstand gegen Catania Calcio in der 75. Minute ein. Kurz danach fabrizierte Nicola Legrotaglie (79.) ein Eigentor und Antonio Candreva schoss Lazio per Foulelfmeter in der 81. Minute zum Sieg. „Klose muss nur auflaufen und schon gewinnt Lazio wieder“, titelte die Gazzetta dello Sport am Ostersonntag.

Klose ging bei seinem Comeback zwar leer aus, mit zehn Ligatreffern in der laufenden Saison ist der Deutsche trotz seiner langen Verletzungspause aber immer noch Lazios erfolgreichster Torschütze. Ohne Klose waren die Römer in der Serie A von Rang zwei auf den siebten Platz abgestürzt. In den vergangenen zehn Partien holten sie nur einen Sieg und klägliche acht Punkte.

Am Tag seiner Rückkehr hielten die Römer den direkten Verfolger aus Catania in Schach und verbesserten sich auf Rang fünf. Mit 50 Punkten zogen sie an Inter (47) und dem Lokalrivalen AS Rom vorbei (47), der beim Abstiegskandidaten Palermo überraschend 0:2 verlor. Von Platz vier trennt Lazio nur noch ein Punkt, da auch der Tabellenvierte AC Florenz in Cagliari 1:2 verlor.

Auf den beiden Plätzen hinter Juve änderte sich nichts. Nach dem 1:0-Sieg des AC Mailand bei Chievo Verona durch den Treffer von Riccardo Montolivo in der 25. Minute holte sich der SSC Neapel den zweiten Rang wieder zurück. Die Neapolitaner erkämpften sich in einem in der zweiten Halbzeit turbulenten Spiel einen 5:3-Sieg beim FC Turin.

Malaga schloss indes in der Primera Division zum viertplatzierten Real Sociedad San Sebastian auf. Die Südspanier wahrten damit ihre Chance auf eine Europacup-Teilnahme, nach der UEFA-Sperre wegen der Verletzung des Financial-Fair-Play dürfen sie diese aber wohl nicht nutzen.

Malaga war Ende Dezember wegen Verstößen gegen die Regularien für ein Jahr ausgeschlossen worden. Nach dem Rückzug eines Scheichs aus Katar war Malaga in finanzielle Schieflage geraten. Am 14. Mai findet vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Anhörung statt, im Juni wird mit der Entscheidung gerechnet.

Umso mehr wird die Mannschaft von Manuel Pellegrini sich gegen Borussia Dortmund zur Wehr setzen. „Wir müssen intelligent spielen und dominant auftreten“, sagte der Trainer vor dem Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF). Seine Elf müsse immer das zweite Duell mit in Betracht ziehen. „Ich hoffe, wir kommen mit einem guten Vorteil nach Dortmund“, ergänzte der Chilene.

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In Vallecano gelang seiner Elf, bei der die Ex-Bayern Martin Demichelis und Roque Santa Cruz zum Einsatz kamen, zumindest schon einmal die Trendwende. „Malaga kann dem Duell mit Dortmund optimistisch entgegensehen“, schrieb die Sporttageszeitung Marca. „Das war sehr wichtig für uns“, sagte der 59-jährige Pellegrini.

Besonders ragte dabei der Chilene Pedro Morales heraus, der in der 86. Minute das 3:1 erzielte und die ersten beiden Treffer von Weligton (21.) und Julio Baptista (54.) auflegte. „Er ist ein vielversprechender Spieler und sehr wertvoll für uns“, sagte der Coach über den 27-Jährigen. Der BVB sollte diesen Namen dick unterstreichen.

sid/dpa

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