Sogar die Leinwände wurden ausgeschaltet

Italiener randalieren: Fanfest abgebrochen

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Italienische Fans trauern in Rom

Rom - Eine Hakenkreuz-Flagge, Flaschenwürfe und eine Attacke gegen einen Kameramann: Einige Italien-Fans erwiesen sich als ganz schlechte Verlierer. Die Leinwände in Rom mussten sogar ausgeschaltet werden.

Die Pleite im EM-Finale gegen Spanien hat Italien wie ein Schlag getroffen. Teils zutiefst enttäuscht, teils wütend reagierten Tifosi von Messina bis Palermo auf die happige 0: 4-Pleite der Azzurri im EM-Finale von Kiew.

Mit stahlblauen Trikots, rot-weiß-grünen Fahnen und großer Feierlaune hatten am Sonntag 500.000 Fans der brütenden Hitze getrotzt und waren zum Circus Maximus in Rom geströmt, wo mehrere Großbildschirme aufgestellt worden waren. Tausende Stimmen sangen mit den Azzurri die Nationalhymne „Fratelli d“Italia„. Doch die Hoffnung, nach 44 Jahren wieder eine EM gewinnen zu können, schmolz mit jedem spanischen Tor.

So erlebten Italiener und Spanier das EM-Finale

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Enttäuschte Anhänger warfen Flaschen, Knallkörper und andere Gegenstände gegen die Großbildschirme, woraufhin die Organisatoren sie ausschalteten. Ein 23-Jähriger schwenkte eine Hakenkreuz-Fahne und rief rechte Parolen. Er wurde wegen Verherrlichung des Faschismus und Widerstand gegen die Staatsgewalt festgenommen. Ein weiterer 19-jähriger Römer, der Gegenstände gegen die Leinwände geworfen hatte, wurde ebenfalls verhaftet.

Andere Tifosi brachen in Tränen aus, als sie nach Ende des Spiels die erschöpften und fassungslosen Azzurri auf dem Rasen liegen sahen. Grund zum Feiern hatte nur eine Gruppe spanischer Studenten, die sich in rotem Dress und ihrer Landesfahne auf den Circus Maximus gewagt hatten.

Ausschreitungen überschatteten das Public Viewing auf dem Mailänder Domplatz. Ein Kameramann wurde angegriffen. Die Polizei musste eine Gruppe spanischer Fans aus dem Platz eskortieren, die von einigen Hooligans beschimpft und bedroht worden waren.

Eine große Enttäuschung erlebten auch die Obdachlosen in der von zwei schweren Erdbeben in Mai betroffenen Region Emilia Romagna. In den Zeltlagern, in denen 14.000 Obdachlose untergebracht sind, waren für das Finale Großbildschirme aufgestellt worden. Doch die große Feier, auf die sich die Obdachlosen in den Ortschaften Medolla und Mirandola schon gefreut hatten, blieb aus.

In Neapel hatten am Sonntag einige Fußballfans mit schwarzem Humor das symbolische Begräbnis der Furia Roja gefeiert, in der Hoffnung, das Ritual würde den Azzurri Glück bringen. Sie wurden jedoch zutiefst enttäuscht. In Turin verkauften Straßenhändler Zehntausende Trikots mit dem Schriftzug `Europameister“. Doch nach dem zweiten Tor der Spanier verschwanden sie aus der Innenstadt.

sid

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