Israel-Coach hat Insider-Infos

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Eli Guttman bei seiner Ankunft in Deutschland

Leipzig - Erst einmal spielte Israel in Deutschland gegen die Fußball-Nationalmannschaft. Trainer Eli Guttman ist ein DFB-Experte. Er sammelte Insider-Infos, die ihm nun nützlich werden könnten.

Yossi Benayoun ist stolz. Seit November 1998 gehört das Mittelfeld-Ass des FC Arsenal zur israelischen Fußball-Nationalmannschaft und führt sie mittlerweile als Kapitän in die Stadien der Welt. Das “Herz“ des israelischen Spiels ist maßgeblich am Aufschwung des Auswahl-Fußballs seines Landes beteiligt, auch wenn es bislang noch nicht zur Teilnahme an einer Europameisterschafts- oder Weltmeisterschaftsendrunde reichte.

Eine Schmach gibt es für den mittlerweile 32-Jährigen, die es zu tilgen gilt: Am 13. Februar 2002 verlor er mit Israel in Kaiserslautern im bislang einzigen Aufeinandertreffen in Deutschland 1:7. Es ist die bislang höchste Niederlage der Verbandsgeschichte.

Benayoun will am Donnerstag (20.30/ARD) dazu beitragen, dass sein Team nicht wieder verliert. Der Pluspunkt: Israel hat ein großes Fachwissen über die deutsche Nationalmannschaft. Trainer Eli Guttman hospitierte vor dem Spiel gegen die Niederlande im November vergangenen Jahres einige Tage bei Bundestrainer Joachim Löw. Kurze Zeit darauf übernahm er die Nationalmannschaft seines Landes. “Israel ist ein hartnäckiger Gegner. Sie spielen mit unglaublich gutem Einsatz“, lobte Löw den Kontrahenten schon vorsorglich.

“Wir haben mehrmals mit ihm über unsere Philosophie, unsere Arbeit gesprochen, wie wir unser Spiel angehen, was wir taktisch machen. Er war beim Training dabei. Wir haben auch ein bisschen über den israelischen Fußball gesprochen, aber hauptsächlich über uns. Er hat relativ viel von unserer Denk- und Spielweise erfahren“, berichtete Löw von seinen bisherigen Kontakten mit Guttman.

Beste Kenntnisse vom deutschen Fußball hat auch Itay Shechter. Der 25-Jährige spielte bislang für Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern. Guttmann kann bei seiner Arbeit auf junge, aber sehr erfahrene Spieler bauen. Die meisten Auswahlkicker verdienen ihr Geld bei europäischen Clubs, die zudem im internationalen Geschäft tätig sind.

In der Startelf beim 1:2 am vergangenen Samstag gegen EM-Teilnehmer Tschechien in Wien standen lediglich vier Akteure, die in Israel spielen. In der Qualifikation zur Euro musste das Team des damaligen Coaches Luis Fernandez (Spanien) aber Kroatien und Griechenland den Vortritt lassen. Gegen Deutschland gab es bislang drei Spiele. Vor dem 1:7 von Kaiserslautern noch zwei Auftritte in Israel, die das DFB-Team 1987 ( 2:0) und 1997 (1:0) gewann.

dpa

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