Interviewverbot für Schiedsrichter bei EM

Warschau - Wolfgang Stark und seine Schiedsrichterkollegen haben von der Europäischen Fußball-Union UEFA für die Zeit der Europameisterschaft ein strenges Interviewverbot auferlegt bekommen.

“Sie müssen sich auf das Turnier konzentrieren. Es ist den Schiedsrichtern während der EURO nicht erlaubt, Kontakte zu Medien zu haben oder Kommentare abzugeben“, sagte der UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina am Mittwoch in Warschau bei einem Workshop der zwölf Unparteiischen für die EM in Polen und der Ukraine.

Nach der Vorrunde werde es vermutlich einen sogenannten Medientag geben. “Aber zwischendurch dürfen die Schiedsrichter nicht sprechen“, stellte der frühere Weltklasse-Referee Collina klar.

Bei der WM 2010 in Südafrika hatte der Weltverband FIFA nach der scharfen Kritik an den teilweise schwachen Leistungen der Unparteiischen einen Maulkorb verhängt. Die Medientage in Pretoria verkamen daraufhin zu einer Farce, weil sich die Schiedsrichter nicht zu Spielen oder Entscheidungen ihrer Kollegen äußern durften.

“Es ist immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist man schon froh, denn unsere Hauptaufgabe hier ist es, die Spiele zu leiten“, sagte FIFA-Referee Stark, der bereits bei Olympia 2008 und der WM vor zwei Jahren den Deutschen Fußball-Bund vertrat. Der Druck auf ihn und seine EM-Kollegen werde “immens groß sein“, sagte der 42-Jährige und betonte: “Das ist eine gute Idee für die Aktiven, dass man sich hier auf die Spiele, auf das Eigentliche konzentriert.“

dpa

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