"Wird nicht reichen"

WM-Aus für Gündogan: Löws Sorgen werden größer

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Ilkay Gündogan wird die Fußball-WM in Brasilien verpassen.

Dortmund - Ilkay Gündogan steht als erster WM-Ausfall der deutschen Nationalmannschaft fest. Bundestrainer Joachim Löw bangt aber auch um viele weitere Brasilien-Kandidaten.

Ilkay Gündogan steht als erster deutscher WM-Ausfall fest, hinter Hoffnungsträgern im aktuellen Kandidatenkreis wie Sami Khedira, Miroslav Klose, Mario Gomez und auch Mesut Özil stehen ebenso große Fragezeichen wie hinter Benedikt Höwedes oder Marcel Schmelzer. 56 Tage vor der Benennung seines endgültigen Aufgebotes für die WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) werden die Sorgenfalten bei Joachim Löw immer größer.

Löw: "Die Zeit wird immer enger"

Zwar macht der Bundestrainer noch gute Miene zum bösen Spiel, seine ursprünglichen Planungen für das Fußball-Festival an der Copacabana sind aber knapp zwei Monate vor dem ersten Gruppenspiel am 16. Juni gegen Portugal durcheinandergeraten. „Die Zeit wird immer enger. Wir haben die Phase der Wahrheit und Klarheit begonnen“, hatte Löw bereits im vergangenen Monat vor dem Stolperstart in die WM-Saison gegen Chile (1:0) betont. Die Wahrheit ist im Moment für den 54-Jährigen bitter. Und wenn Löw am 8. Mai seinen vorläufigen, rund 30-köpfigen WM-Kader bekannt gibt, wird auch noch keine Klarheit über das endgültige 23-köpfige Aufgebot herrschen.

Vor allem die Verletzungsanfälligkeit seiner beiden Mittelstürmer Miroslav Klose (35) und Mario Gomez (28) bereitet Löw Kopfschmerzen. Klose wird wegen seines Muskelfaserrisses vermutlich bis zum 8. Mai kein Spiel mehr für seinen Klub Lazio Rom bestreiten können, der am Knie verletzte Gomez hofft, beim italienischen Pokalfinale gegen den SSC Neapel am 3. Mai wieder in Bestform für den AC Florenz eingreifen zu können. Die beiden Italien-Legionäre erleben eine Seuchensaison, in der sie immer wieder durch Blessuren zurückgeworfen wurden.

Hoffnung wegen Sami Khedira

Sollten Klose und Gomez nicht rechtzeitig fit werden, muss Löw im Trainingslager in Südtirol (21. bis 31. Mai) einen Großteil der Arbeit auf die falsche Neun ausrichten, für die Mario Götze, Thomas Müller und Andre Schürrle infrage kommen. „Wir werden für alles eine Lösung finden“, sagte Löw, der sich nach der bitteren Absage von Gündogan wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung (Nervenwurzel-Entzündung) immerhin Hoffnung auf die Rückkehr von Sami Khedira machen darf.

„Bei Sami, mit dem ich ständig in Kontakt bin, habe ich schon Hoffnung. Bei ihm bin ich wahnsinnig positiv eingestellt, weil ich erkenne: Er ist im positiven Sinne krankhaft ehrgeizig. Er macht alles dafür, gesund zu werden. Er arbeitet wie ein Besessener daran, zurückzukehren“, sagte Löw über den 27 Jahre alten Mittelfeldspieler.

Löw will Erwartungen nicht zu hoch hängen

Gündogan sowie Verteidiger Holger Badstuber, der nach zwei Kreuzband-Operationen seit Monatsbeginn wieder im Reha-Training ist, hat der Bundestrainer für die WM dagegen offensichtlich abgeschrieben, wie er am Freitag auf DFB.de verdeutlichte: „Man sollte da in beiden Fällen keinerlei Druck aufbauen. Es muss doch im Sinne der Spieler darum gehen, zunächst mal gesund und komplett beschwerdefrei zu werden, um dann ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. Das muss die Voraussetzung für alles weitere sein. Brasilien wird uns physisch wie psychisch alles abverlangen. Mit Beginn der Vorbereitung brauche ich Spieler, die voll belastbar sind.“

Das gilt auch für Khedira, der nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen November Ende März wieder das Training auf dem Platz aufgenommen hat. „Ich will die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich in Top-Verfassung zur WM gehen werden“, sagte Khedira selbst vor einigen Tagen.

Özil will bald wieder auf den Platz zurückkehren

Optimistisch ist auch Mesuz Özil. Nach seiner langwierigen Oberschenkelverletzung, die ihn zu einer rund vierwöchigen Pause zwang, plant der 25 Jahre alte Mittelfeldregisseur, kommende Woche wieder ins Training des FC Arsenal einzusteigen. „Ich kann versprechen, dass ich jeden Tag nach wie vor alles gebe, um bald wieder auf den Platz zurückzukehren. Letztendlich helfen aber nur zwei Dinge: Nie an sich selbst zweifeln und geduldig bleiben!“, schrieb Özil auf seiner Facebookseite.

Hoffnung hegen auch Marcell Jansen (Sprunggelenkverletzung), Höwedes (Muskelbündelriss), Schmelzer (Muskelfaserriss), Sven Bender (Schambeinentzündung) oder auch Pierre-Michel Lasogga (muskuläre Probleme), die alle von einer WM-Fahrkarte träumen.

dpa

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