Heldt: Auf Augenhöhe

Huntelaar macht Schalke für Istanbul Mut

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Klaas-Jan Huntelaar soll Schalke 04 ins Viertelfinale schießen

Istanbul - In der Bundesliga steckt Schalke in der Krise. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel beim türkischen Meister Galatasaray Istanbul in der Champions League reden sich die Knappen Mut zu.

Erleichterung, aber keine Entwarnung: Ungeachtet der Diskussionen um Jens Keller und dessen Nachfolger im Sommer muss der FC Schalke 04 die nächste Bewährungsprobe in Istanbul bestehen. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel beim türkischen Meister Galatasaray in der Champions League machen sich die „Königsblauen“ Mut. „Wir brauchen keine Angst zu haben“, versicherte Kapitän Benedikt Höwedes vor dem Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky/ZDF) in der Türk Telekom Arena, wo er im Oktober 2011 in der EM-Qualifikation mit der DFB-Elf antrat und 3:1 siegte. „Es erwartet uns ein Hexenkessel, aber das sind auch Spiele, auf die man sich freuen muss.“

Das 2:2 beim FSV Mainz 05 wertet Schalke als ersten Schritt aus der Krise. Nach der Katastrophenserie mit nur einem Sieg in den zurückliegenden zwölf Pflichtspielen soll die Talsohle endlich durchschritten werden. Selbst die neuen Spekulationen um das Interesse am scheidenden Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der Keller im Sommer ablösen könnte, soll die Vorfreude auf das Highlight nicht trüben. „Das ist der ganz normale Wahnsinn. Damit müssen wir leben“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt. „Die Vorbereitung stört es nicht.“

Remis wäre gute Basis

Für Marco Höger, der erneut den verletzten Atsuto Uchida als Rechtsverteidiger ersetzt, wäre ein Remis beim türkischen Starensemble um die Winter-Einkäufe Didier Drogba und Wesley Sneijder eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel in drei Wochen. „Noch besser wäre es, wenn wir gewinnen. Wir wollen als Mannschaft gemeinsam aus dem Loch rauskommen, in dem wir stecken. Und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, betonte Höger, der die Rückkehr von Klaas-Jan Huntelaar nach dessen Augenverletzung als positives Signal wertet. „Dass der Hunter wieder fit ist, ist wichtig.“

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Auch wenn der niederländische Torjäger in der laufenden Bundesliga-Saison nur selten überzeugte (fünf Tore) - in der Champions League zeigte er stets seine Qualitäten und traf viermal in sechs Partien. An die gute Bilanz soll das Team anknüpfen. „Wir sind in der Champions League eine von vier Mannschaften im Wettbewerb, die noch ungeschlagen ist. Es wäre schön, wenn es dabei bleibt“, sagte Horst Heldt. Der Manager weiß, dass die Elf von Fatih Terim ein harter Brocken ist. „Einfach wird es nicht. Im Stadion wird es noch eine Spur lauter werden als in Piräus“, warnte Heldt.

Der Rückhalt bei den eigenen Fans und die hitzige Atmosphäre sind für den Ex-Schalker Hamit Altintop das große Plus seiner Elf. Der gebürtige Gelsenkirchener freut sich auf das Wiedersehen mit den früheren Bundesliga-Kollegen und warnt sein Team vor dem deutschen Kampfgeist. „Schalke wird mit großer Disziplin spielen.“

Sieg soll Team heilen

Nach den deprimierenden Wochen könnte ein Sieg am Bosporus vorläufig einige Wunden heilen und die Genesung des Teams vorantreiben. Doch Trainer Jens Keller („Ich denke nicht an eine Niederlage“) muss weiterhin auf sechs Verletzte sowie den in der Champions League für Schalke nicht spielberechtigten Brasilianer Raffael verzichten. Immerhin erwies sich Lyon-Leihgabe Michel Bastos als erhebliche Verstärkung, nicht nur wegen seines Doppelpacks in Mainz und seines Treffers gegen Greuther Fürth. „Er hat gezeigt, dass er ein sehr guter Spieler ist und sich super in die Mannschaft eingefügt hat“, lobte Torhüter Timo Hildebrand den Neuzugang.

dpa

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